arkadi zaides

ist ein Hoffnungsträger in doppelter Hinsicht – für Israel und für den Tanz. Hervorgegangen wie so viele andere Choreografen aus der Batsheva Dance Company unter Ohad Naharin, mag er sich nicht mit den alltäglichen Ungerechtigkeiten der Besatzungsmacht Israel in den besetzten Gebieten abfinden. Er legt den Finger in die Wunde, hört nicht auf, die Mechanismen hierarchischen Denkens aufzudecken und anzuprangern, indem er sie unkommentiert dokumentiert. Diesen Dokumentationen verleiht er in Kombination mit fragmentarischen, recht ungelenken Bewegungen einen Anstrich sardonischen Humors.

Für «Archive», ein circa 90-minütiges Solo, uraufgeführt im Streiksommer 2014 beim Avignon-Festival, bediente er sich der Video-Aufnahmen, die B‘Tselem, das Israelische Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten, bei Palästinensern in Auftrag gegeben hat. Die Amateuraufnahmen zeigen Schikanen, wie sie sich die Besatzer, oftmals aus reiner Langeweile, immer wieder einfallen lassen. Zaides‘ Projektions- und Körpertheater beginnt quälend langsam und endet in einer atemberaubenden Choreografie der Gewalt als Stretta, indem er die zeitlupenhaften, in Wiederholungen eingeübten Bewegungen ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 184
von Eva-Elisabeth Fischer