antje pfundtner

antje pfundtner

Das Label Hoffnungsträgerin soll ihr als Choreografin-Tänzerin gelten, aber es gilt auch – in ihrer Person – stellvertretend für die Künstler, die sich mit einem Stück explizit an ein bestimmtes Publikum wenden. Die Zielgruppe hat einen Namen: Kinder. Trotzdem kann sich in Pfundtners Fall jeder das Stück anschauen. Besser noch: Sollte! Pfundtners «nimmer» ist klug, durchaus im küchenphilosophischen Sinn, es hat Witz.

Und zwar diesen Pfundtner-Witz, der genau vor zehn Jahren auch das Solo unterfütterte, mit dem sie berühmt wurde – und wenn die Erinnerung nicht trügt, erzähltanzte sie darin von sich als Kind, einem seltsamen Wesen mit verqueren Gedanken. Diesmal erzählt sie wieder, trennt aber zuweilen ihre Stimme von sich, der Darstellerin, sodass anfangs die Zuschauer befragt und bequatscht werden, ohne dass sie da ist. Weil sie woanders ist und erst nach einer Weile auftaucht, bis sie wieder weg ist. In «nimmer» geht’s ums Verschwinden, das in vielfältiger Weise passieren und erlebt werden kann: als Verlieren, Weggehen, Sterben, Vergessen, Verstecken.

Das Auftauchen folglich als Eintreten, Finden, Erfinden, Erinnern, Geborenwerden. Pfundtners seltsame Tanzsequenzen zwischendurch ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 174
von Melanie Suchy