Die Hoffnungsträger

Adolphe Binder

Sie ist keine Künstlerin – auch wenn das, was sie sich vorgenommen hat und was die internationale Tanzwelt von ihr erwartet, einem Kunststück gleicht: Adolphe Binder übernimmt im Mai 2017 das Tanztheater Wuppertal. Sie ist Kulturmanagerin, Kuratorin und war zuletzt künstlerische Leiterin der GöteborgsOperans Danskompani. Also keine Choreografin, die über ihre Arbeiten Nähe und Zugang zu ihrem Ensemble fände, Tänzer aus eigenen künstlerischen Notwendigkeiten ausguckte, mit ihren Kreationen förderte.

Im Fall des Tanztheaters Wuppertal, das so sehr für und durch das familiäre, ja intime Verhältnis zu seiner Chefin gelebt hat, ist das auf den ersten Blick undenkbar. Ob es wirklich ein Problem ist, da doch niemand die geliebte Gigantin ersetzen kann, wird die Zeit zeigen. Die gebürtige Rumänin Binder muss ihren Weg finden, die 60 Tänzer-Persönlichkeiten aus drei Generationen für sich zu gewinnen.

Sie selbst bezeichnet sich als «künstlerische Strategie-Entwicklerin». Als solche wird sie stark gefordert sein: Die berühmte Truppe soll die rund 40 Bausch-Werke pflegen und handverlesenen Häusern verkaufen. Gleichzeitig bedarf es der Innovation, neuer zeitgenössischer Köpfe und Formate. Dann ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 158
von Bettina Trouwborst

Weitere Beiträge
Die Hoffnungsträger

Was für eine vielversprechende Ansage: Richard Siegal / Ballet of Difference wird die neue Company heißen, mit der der einstige Forsythe-Tänzer und inzwischen schon langjährige Choreograf die Tanzwelt sowohl aufmischen als auch voranbringen will. Und wenn das einem zuzutrauen ist, dann Siegal. Wenn man ihn bisher auf einen Stil festlegen wollte, war er längst...

Grenzlandtheater

Der palästinensische Filmemacher Khaled Jarrar begleitet mit der Kamera eine Familie auf ihrer Flucht nach Deutschland. Als sie die Insel Lesbos erreicht und weiter aufs Festland will, scheitert Jarrar. Die laufende Kamera in der Hand, versucht der Künstler, mit an Bord der griechischen Fähre zu gelangen. Er zeigt seinen Pass, er zeigt sein eingeklebtes...

Feier des Primitiven

Dem Tanz haftet – vielleicht wie keiner anderen Kunstform – der Nimbus einer universellen Sprache an. Grenzüberschreitend soll er die Menschheit verbinden und – so die Mission des Welttanztages der UNESCO – zum Weltfrieden führen. Der 29. April dient alljährlich dazu, «alle Formen des Tanzes an diesem Tag zu vereinen, den Tanz zu feiern, seine Globalität...