Marco Santi

Osnabrück

In bernarda albas haus tanzt sie aus der Reihe: Adela, die Jüngste. Während sich ihre Schwestern in Repressions- und Sehnsuchtsspielen erschöpfen, lässt sie ihrer Laszivität freien Lauf. Voller Verlangen wirft sich Adela immer wieder lustvoll aufs Bett: ein keineswegs obskures Subjekt der Begierde, sondern eine Frau, die ihr Recht auf gelebte Sexualität fordert. Zaida Ballesteros Parejo verkörpert sie am theater osnabrück. Hoch über ihr schwebt noch ein Bett, in dem sich Apolonia Kubala als Bernardas Mutter häuslich eingerichtet hat.

Wie von einem Mastkorb aus singt sie  ein paar Schlager,  gibt sich erbarmungslos und findet dafür nicht nur Worte García Lorcas, sondern auch von Abdallah Ibn Abbas, Elfriede Jelinek, Lily Brauner und Pier Paolo Pasolini. Denn marco santi geht es weniger um eine «Frauentragödie in spanischen Dörfern» als um ein Tanzstück für das gesamte Ensemble, zu dem Roderik Vanderstraeten den stimmungsvollen Soundtrack beigesteuert hat. Ensemble heißt auch, dass die Männer in das Geschehen sichtbar einbezogen werden. Hinter einem Plastikvorhang (Bühnenbild: Katrin Hieronimus) agieren sie nicht nur als potente Projektionsflächen weiblicher Wunschträume. Sie ...

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Tanz April 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 33
von Hartmut Regitz

Vergriffen