Demis Volpi

Wir haben Tanzkünstler und -künstlerinnen gefragt: «Was war produktiv? Was nehmen Sie mit? Was erwarten Sie für die nähere Zukunft?»

Tanz - Logo

Im August 2020 fing unsere erste Spielzeit als neugeformtes Ballett am Rhein an. Die Welt stand still, aber wir bewegten uns weiter. Wortwörtlich: Im Ballettsaal, im digitalen Raum und in unseren Köpfen und Herzen wurde unsere Vision für diese Compagnie weitergesponnen, vorangetrieben, vergrößert und bereichert von und mit den Menschen, die mir an den Rhein gefolgt sind, und denen, die hier auf mich gewartet haben.

Trotz Abstand sind wir als Kompanie zusammengewachsen, konnten uns kennenlernen, uns mit Choreograf*innen und ihren Ideen, Visionen und Gedanken zu unserer Zeit auseinandersetzen. Wir haben konzentriert geprobt und neue Stücke entwickelt. Nicht nur ich habe mehrere Stücke choreografiert, auch Twyla Tharp, Aszure Barton, Andrey Kaydanovskiy, Sharon Eyal und Hans van Manen bereicherten unseren Alltag mit ihrer Präsenz, ihrer Persönlichkeit und ihrem künstlerischen Können. Wir haben erste Impulse gesetzt, den Tanz weiterzudenken, und unsere Kunstform mit Menschlichkeit gefüllt. Obwohl das offensichtlichste Ziel unserer Arbeit – die Aufführung – erst mal nicht in Sicht war, oder vielleicht gerade deswegen, haben wir zweimal so hart gearbeitet.

Wir haben dieses Jahr so viel ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 93
von

Weitere Beiträge
Marguerite Donlon

«Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, es ist diejenige, die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann.» Charles Darwin

Die Auswirkungen der Pandemie auf das Leben der Menschen – der Verlust von geliebten Personen, von Arbeitsplatz oder Kontrolle – hat zu einem Rückgang von Enthusiasmus und Motivation geführt. Stimmt das...

Johannes Wieland

das auf-mich-selbst-zurückgeworfensein hat mir zeit gegeben, mich mit ein paar fragen auseinanderzusetzen, denen ich vor der pandemie keinen raum gelassen habe. das war wirklich positiv und hat mir geholfen, mich neu zu orientieren. ich habe gelernt, mir meine zeit nicht vollständig zu verplanen, um platz für spontane erlebnisse zuzulassen.

mich hat die weltweite...

Josep Caballero García

… Eine Arbeit mit Jugendlichen in Düsseldorf, denen ich und meine Kollegin Kamila Kurczewski nie analog begegnet sind.

Produktiv sein müssen und choreografische Gruppenarbeit gewährleisten, um die Lage zu retten? Nein, ich hatte keinen Bock. Ich habe mich eher auf einzelne Proben oder Gespräche konzentriert; erst mal, um einen Raum zu schaffen, in dem jede*r sich...