cottbus

gundula peuthert «schwanenseele»

Eine Musik wie aus Wasser. Und in Wasser taucht denn auch das projizierte Gesicht Odettes ein. Während sich der zitierte Tschaikowsky-Ton allmählich aufhellt, scheint sich die Frau indes völlig aufzulösen, um wenig später auf der Bühne leibhaftig in Erscheinung zu treten – und mit ihr ein Ensemble in einheitlichem Weiß, ganz offensichtlich das Element Wasser inkorporierend.

Ein «Schwanensee», wie ihn die Ballettgeschichte kennt, lässt sich mit einem halben Dutzend Tänzer kaum bewältigen.

Auch choreografiert Gundula Peuthert, einst eine Meisterschülerin der Palucca-Schule Dresden, nicht eben klassisch, sondern bevorzugt eher ein zeitgenössisches Bewegungsidiom. Beides berücksichtigend, entwickelt sie aus dem Stoff, aus dem eigentlich Märchen sind, das Psychogramm einer Frau, die möglicherweise ins Wasser geht, aber bei ihrem Selbstmordversuch vielleicht nur den Verstand verliert. Gundula Peuthert nennt ihre Version deshalb nicht ohne Grund «Schwanenseele» und spricht im Programmheft von einer Odette, die im Wachkoma liegen könnte oder sich einfach in eine Fantasiewelt flüchtet, um den Verlust ihres Geliebten zu verkraften.

Wie man den Kubus auch drehen und wenden mag, den Heike ...

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Tanz Oktober 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz

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