sharon eyal

Die 1971 geborene Israelin Sharon Eyal hebt sich Stück um Stück von Mainstream und Mittelmaß ab: durch eine künstlerische Überlegtheit und Konsequenz vor allem, die man je nach Sichtweise auch erbarmungslos nennen könnte. Ihre Themen – Liebe, Beziehungskisten im weitesten Sinne – sind wirklich nicht originell, aber wo man sonst oft ein 08/15-Bewegungsrepertoire sieht, das für Zerrissenheit und ­mul­tiple Gemütszustände stehen soll, schärft und spitzt Sharon Eyal jede Bewegung zu. Und bindet auch nicht die kleinste Schleife drum.

Das Wort «gefällig» gibt es nicht im Tanzvokabular dieser Choreografin.

Der Einfluss der Batsheva Dance Company, bei der Sharon Eyal getanzt hat und bei der sie Hauschoreografin ist, ist noch erkennbar, doch hat sie einen eigenen Kopf und Stil. Ihre Stücke sind polierter, kälter, von kristalliner wie auch energischer Härte. Man hat das Gefühl, dass Sharon Eyal nichts einfach so unterläuft. Und doch steht die Perfektion dem Ausdruck nicht im Weg. Im Gegenteil, sie scheint genau zu wissen, wie sie mit Bewegung Stimmungen erzeugen kann, unheimliche, beklemmende, manchmal bitter-komische. Jede Bewegungsfolge hat ein Ziel und landet im Schwarzen. Und wirkt noch ...

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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 140
von Sylvia Staude