choreographing you

Hier wird der Museumsbesucher zum Bewegungsforscher. Die Ausstellung «Move» zeigt ungewöhnliche Installationen von Choreografen und bildenden Künstlern

Die Kinder und Jugendlichen nehmen spontan die Herausforderung an. Sie steigen buchstäblich in den Ring, um sich an William Forsythes «The Fact of Matter» auszuprobieren. Die Installation, etwa 3,5 mal 10 Meter Fläche umfassend, besteht aus zahlreichen Gymnastikringen, die an Bändern befestigt sind und in unterschiedlichem Abstand vom Boden hängen. An den Breitseiten kann man loslegen: mit den Beinen in zwei Ringe steigen, sich mit den Armen an zwei anderen Ringen festhalten und dann versuchen vorwärtszukommen.

Das ist alles andere als einfach, rasch knicken mal die Beine, mal die Arme weg, wenn man nicht permanent die Körperspannung hält. Es gilt, gekonnt zu balancieren und auszuprobieren, wohin man den nächsten Schritt setzen kann. Forsythes ­Ins­talla­tion ist ganz schön anspruchsvoll, in körperlicher Hinsicht fast zu ­«schwer» für Kinder und Jugendliche. Doch – wie gesagt – die Herausforderung, es den Eltern, den Mitschülern, den ­Freunden mal zu zeigen, die ist einfach verlockend.

Vielleicht sollte man Choreografen mit der Gestaltung von Abenteuerspielplätzen beauftragen. Sie haben genug kinästhetisches Verständnis, Menschen in Bewegung zu bringen, und sie besitzen ausreichend ...

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Tanz Februar 2011
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Klaus Kieser

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