Choreografieren

Wie funktioniert eigentlich dieser Prozess, der mitunter zu einem Meisterwerk führen kann? Fragen wir die Meister: Hans van Manen, Martin Schläpfer, das Kollektiv Superamas, Alain Platel, Sasha Waltz, Pina Bausch, Xavier Le Roy, Constanza Macras, Jean-Christophe Maillot und Bridget Breiner. Keiner von ihnen ist vom Himmel gefallen. Alle haben ihre Arbeitsweise erst mühevoll entwickeln müssen

Arbeitsweise (die): (trad.) Versuch, ein Handwerk zur Kunst zu treiben; (mittelhochdt.) Versuch, mit der Hand Kunst zu machen; (allg.) Versuch, alle Werke von Hand Kunst zu nennen; (Ballett) Versuch, Werke durch Handlung zur Kunst zu bewegen; (zeitgen.) Versuch, auf Händen die Kunst zum Werk zu tragen; (postmod.) Versuch, Kunst ohne den Druck von Hand und Werk zu betreiben; (akad.) Versuch, anhand von Werken Kunst zu unterrichten.

Ein Versuch gilt hierzulande nichts.

Weil erstens: Auf der Suche nach der Frage, wie man das Choreografieren lernt, der Versuch in unserem Sprachgebrauch gleichbedeutend ist mit seinem Scheitern. Ein Versuch ähnelt zu sehr der Versuchung. Man will choreografieren, man kann es ja versuchen, aber erwartet nichts Gutes. Denn keine Versuchung ist gut. Zweitens: Jede Suche behauptet die Abwesenheit des bereits Gelungenen. Warum nicht auf Bewährtes setzen, sondern weiter suchen, als wäre noch nicht da, was man sucht? Findet es. Denn das Wort «verfinden» gibt es nicht. Drittens folgt aus der Verunglimpfung der Versuchung und aus der Verächtlichmachung des Versuchs die Behauptung: Choreografie müsse lehrbar sein. Aber ist sie das? Alle hier interviewten Damen und ...

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Tanz August/September 2007
Rubrik: Choreografieren, Seite 10
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