Der Subversive: Xavier Le Roy

Bilanz und Selbstkritik acht Jahre nach E.X.T.E.N.S.I.O.N.S.: Wie schwierig ist es für den Pionier des «Konzepttanzes», das alte Schema von Kreation und Produktion zu unterlaufen?

Xavier Le Roy, in E.X.T.E.N.S.I.O.N.S.* ging es darum, den Unterschied zwischen Probe und Aufführung aufzuheben. Betrifft dieser Ansatz Ihre Kreation generell? Nein. Aber ich versuche für gewöhnlich, dem Verhältnis zwischen  Produktionsprozess und seinem Ergebnis höchste Aufmerksamkeit zu schenken, denn es scheint mir offensichtlich, dass das Ergebnis sehr davon abhängt, wie man den Produktionsprozess gestaltet. Ich versuche immer, meine jeweilige Arbeitsweise infrage zu stellen.

So steht für mich der Produktionsprozess jedes Mal im Mittelpunkt, aber nicht unbedingt mit dem Ziel, den Unterschied mit dem «Produkt» zu verwischen. In jedem Fall möchte ich vermeiden, etwas zu schaffen, das wie eine Improvisation aussieht. E.X.T.E.N.S.I.O.N.S. war wirklich ein Versuch, eine Situation zu schaffen, in der eins im anderen aufgeht. Ein anderes Projekt zum Thema war «namenlos», 1998. Aber auf meine anderen Kreationen wie «Giszelle» lässt sich das Prinzip nicht anwenden.

Die Erforschung neuer Formen bleibt oft unbefriedigend, weil der Zuschauer in seiner steifen Position vor der frontalen Bühne versauert, wo er doch gern selbst aktiv den Rezeptionsprozess gestalten und seine Position ...

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Tanz August/September 2007
Rubrik: Choreografieren, Seite 48
von Thomas Hahn

Vergriffen