Charleroi on tour: Eric Minh Cuong Castaing «Phoenix»

Im Gazastreifen bringen Drohnen Überwachung, Bedrohung und manchmal den Tod. Der Tänzer Mumen Khalifa sitzt in seiner Wohnung vor der Webcam und erklärt dem Publikum im Theater des Ballet National de Marseille, dass er ohne das allgegenwärtige Sirren der Flugspione schwerer einschläft: «Sie sind unser Wiegenlied. Wenn man sie nicht hört, stimmt irgendetwas nicht.» Das Interview läuft live, die Internet-Verbindung nach Gaza kriselt. Aber sie hält. Khalifa wuchs in einem Lager auf, konnte es nicht einmal zum Spielen verlassen. Hatte zum Zeitvertreib nur das Internet zur Verfügung.

Und lernte Dabke, den traditionellen Tanz seines Kulturkreises, über YouTube. Heute sagt er: «Dabke ist meine Form von Widerstand.» Er tanzt ein Solo und kriegt via Skype den Applaus zugestellt, direkt vom Publikum des «Festival de Marseille». Dann folgen Bilder aus Gaza. Da springen die B-Boys der Myuz GB Crew, die auch Parkour praktizieren, durch die Betonruine eines Neubaus. Verschobene Treppen, Schutt überall. Das Werk der Bomben. Der Zugang dazu wäre bei uns gesperrt. Lebensgefahr! Doch die Parkour-Crew zelebriert hier Salti am Abgrund, anscheinend gefilmt mit einer Kopfkamera. Und immer wieder von ...

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Tanz Oktober 2018
Rubrik: Kritik 10/18, Seite 46
von Thomas Hahn

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