Buch/CD/DVD 2/21

Tanz - Logo

CD des Monats
the queen’ s delight

Balladen und Kontertänze waren im 17. und 18. Jahrhundert bei der Königin wie in den höheren Kreisen Britanniens der letzte Schrei. Die Nachfrage war immens, und Komponisten wie Henry Purcell schrieben sozusagen im Akkord. War eine Melodie gut, ließ ein noch besserer Text nicht lange auf sich warten; die Tänze sprangen ohnehin leichtfüßig über Standes- und Landesgrenzen hinweg, und was auf den britischen Inseln up to date war, war alsbald auch in Frank­reich en vogue.

Insofern kommt es nicht überraschend, wenn ausgerechnet ein französisches Ensemble sich der Songs und Country Dances annimmt, die uns John Playford in seiner Sammlung «The English Dancing Master» 1651 überliefert hat. Was die Königin seinerzeit so entzückt hat, lässt sich anhand dieser CD durchaus nachempfinden. «Bonny Kathern Loggy», von Fiona McGown geradlinig und dennoch variabel interpretiert, lässt einen noch den bäuerlichen Boden spüren. Ganz erdig auch «Nobody’s Jig», der einem noch immer in die Glieder fährt. Ganz anders dagegen der «Emperor of the Moon», der seine Theaterherkunft nicht verleugnen kann: ein instrumentales Kunststück von filigranstem Reiz. Betörend schön auch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2021
Rubrik: Medien, Seite 46
von

Weitere Beiträge
Lucinda Childs «akhnaten»

Ist es möglich, nur per Fernschalte eine Oper sowohl zu inszenieren als auch zu choreografieren? Lucinda Childs hätte an der Opéra Nice Côte d’Azur Philip Glass’ monumentalen «Akhnaten» inszenieren sollen. Sie tat es von New York aus, am Bildschirm – und allein für den Bildschirm. Bisher. Das Experiment geschah auf Vorschlag von Bertrand Rossi, dem neuen...

Tanz verstehen

«Ursula Pellaton bewegt während den Interviews ihren Oberkörper kaum, nur die Schultern zucken hin und wieder, kippen ein wenig zur Seite. Der Brustkasten hebt und senkt sich. Der Torso ist gehalten, vertikal aufgerichtet, gleich wie an der Stange im Ballettstudio, wo Ursula Pellaton bis heute wöchentlich trainiert.» Nach Lockerheit klingt das nicht, und doch lesen...

Kurswechsel

Diversität ist noch immer ein Desiderat. «Diversity Arts Culture» soll dem Kulturbetrieb beim Umsteuern helfen – können Sie, Cordula Kehr und Eylem Sengezer, kurz beschreiben, was Sie tun?
Eylem Sengezer: Ich bin Referentin für Öffnungsprozesse in Kultureinrichtungen, was Beratung umfasst, aber auch beispielsweise die Konzeption von Leitlinien ...
Cordula Kehr: ......