buch: tanz und politik
Gibt es das überhaupt, eine Kunst, die ganz und gar unpolitisch ist? Der Tanz als sprachlose Kunstform gilt schnell als unpolitisch; eine Bewegung oder eine Kombination lässt sich halt nicht als politische Aussage «lesen», der Körper an sich ist weder politisch noch unpolitisch. Dennoch ist es auch in der Tanzwissenschaft seit einiger Zeit beliebt, das Adjektiv «politisch» für alle möglichen Zwecke zu gebrauchen.
Gegen solch inflationären Einsatz wendet sich Alexandra Kolb, aus Deutschland stammende, nun in Neuseeland lehrende Tanzwissenschaftlerin, in ihrem Sammelband «Dance and Politics». Der schlichte Titel, ohne (langatmigen) Untertitel, ist fast schon Programm: Die Herausgeberin definiert in ihrer Einleitung präzise vier verschiedene Facetten in der Beziehung von Tanz mit dem Politischen. Da ist einmal – der offensichtlichste Aspekt – die Handlung eines Tanzstücks, die eine politische Botschaft transportieren kann. Politische Implikationen tragen auch Präsentationsformen und Tanzgenre. Außerdem kann Tanz in die Sphäre des Politischen ausstrahlen, wie umgekehrt die (Kultur-)Politik den Tanz beeinflussen kann.
Die Beiträge des Bandes widmen sich ausschließlich Spielarten des ...
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Tanz Juli 2011
Rubrik: medien, Seite 54
von Klaus Kieser
und Raquel Meseguer sind die Kompanie Lost Dog. Schon zweimal gewannen sie wichtige britische Preise, 2005 einen «New Choreography Award» des Bonnie Bird Choreography Fund und den Preis der Robin Howard Foundation Commission 2007. Jetzt haben sie den mit 25.000 Pfund dotierten «Place Price» für ihr Stück «It needs horses» erhalten. Es geht um einen verarmten...
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