schock

Brigitte Lefèvre hat bis November 2014 das Pariser Opernballett geleitet und ihm ein einzigartiges Repertoire beschert. Was für die Tänzer bedeutete: in immer neue Gefühlswelten einzutauchen. Über ihren Ansporn erzählt die Ex-Direktorin

Brigitte Lefèvre, Sie haben am Pariser Opernballett ein Repertoire aufgebaut, das von Pina Bausch bis William Forsythe, von Filippo Taglioni und Pierre Lacotte bis Wayne McGregor reicht. Also von tradition totale bis innovation totale. Dabei war nicht nur fast alles vertreten, was in der Welt des Tanzes Rang und Namen hat – sondern auch jede denkbare emotionale Farbe. Worauf wollten Sie hinaus?  So ein Programm zu machen, ist zunächst einmal ebenso mysteriös wie faszinierend.

Ich habe mich gefragt: Was will ich, wo komme ich her, und wo will ich hin – zusammen mit dieser Kompanie? Woraus besteht ein gutes Repertoire? Am Anfang habe ich mich von meinem eigenen Werdegang leiten lassen. Ich bin als klassische Tänzerin ausgebildet, habe an der Pariser Oper getanzt, bin dann fortgegangen und habe mit Jacques Garnier Le Théâtre du Silence gegründet, eine dezidiert dem Zeitgenössischen verbundene Experimentiertruppe. Wir haben Stücke von Merce Cunningham und Alwin Nikolais einstudiert, und so kam ich mit vollkommen anderen Techniken und Ausdrucksstilen in Berührung, mit Contemporary und Postmodern Dance genauso wie mit Jazz. Dafür musste ich plötzlich andere Gefühlsregister und ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Wahrheit, Schock, Nervenkitzel, Seite 71
von Dorion Weickmann