schweiz: brigitta luisa merki «orpheus. euridice. das paradies»

«Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen lachenden Munds …», so singt in flirrenden Melismen eine Sopranstimme. Dazu wirbelt stolz der Tod über die dunkle Bühne, gebieterisch und faszinierend wie ein spanischer Grande. In einer der unwahrscheinlichsten Arten von Fusion vereinen sich hier Rainer Maria Rilkes Lyrik und der Flamenco zu einem Werk, das wesentlich näher beim Mythentheater Sidi Larbi Cherkaouis liegt als bei den virtuosen Auftritten eines Joaquín Cortés.

Schon lange arbeitet die Schweizer Choreografin Brigitta Luisa Merki mit ihrer Kompanie Flamencos en route an der Dramatisierung des Flamenco. Jetzt erzählt sie in starken, klaren Bildern den Orpheus-Mythos in Rilkes jenseitsorientierter Deutung, ohne je die Erdverbundenheit der spanischen Folklore und ihre Tradition als gemeinschaftlich im Kreis erschaffene Kunst aus den Augen zu verlieren. Die übliche Begleitung, Gitarren und Perkussion, ergänzt Merki durch eine klassische Sängerin und durch die Nyckelharpa, eine schwedische Tastenfiedel.

So verschmelzen alte Instrumente und moderne Klänge, klassischer Gesang und die rauen Klagen des Flamenco, traditionelle und freie Tanzformen. Tanzend lockt die charismatische Algerierin ...

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Tanz August 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 66
von Angela Reinhardt