brig: Cocoondance: «Pieces of Me»

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«Pieces of me» der Bonner Kompanie legt kein Ego auf die Schlachtplatte. Vielmehr bröckeln die Choreografin Rafaële Giovanola und der Dramaturg Rainald Endraß mit sieben Tänzern Szenen-Fragmente auf die weiße Bühne. Der Lichtdesigner Marc Brodeur rahmt sie zuweilen mit dunklen Linien wie ein Riesenfenster. Die Zuschauer gehen um das Feld herum, wechseln die Perspektive aufs Geschehen. Jaja. Das sind die vielen «me's», deren gesammelte Zeugenschaft eine Gesamtwahrheit der «Pieces» ergäbe. Oder sie auch zerstörte. Zeugenaussagen sind bekanntlich unzuverlässig.

Doch anders als «The Parallax View» und «I’ve seen it all» von CocoonDance, die – mit einer etwas zu deutlichen Flashback-Krimispannung – ebenfalls das Wahrnehmungsthema durchspielten, bleibt es hier offener. Zu Beginn erkennt man in dem Tanzen und Reden wenig Sinn oder Konsequenz. Inma Rubio ist das erste Ich, das sich den Raum nimmt, Kurven tanzt mit gestreckten und geknickten Gliedern, ein bisschen à la Forsythe. Dazu spricht sie von Armpositionen, von «offene Tür», «eine Serie von Übungen für die Imagination». Es wirkt wie erinnert, eine Rekonstruktion von Bewegungsphrasen, sie blickt zurück, am Boden hält sie den Arm übers ...

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Tanz Mai 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Melanie Suchy

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