bremen: Samir Akika: «Belleville»

Was unterscheidet die Städte Lagos, Bangalore und Novosibirsk voneinander? Den Worten nach, mit denen die Tänzer den Ort ihrer Herkunft beschreiben, eine Menge: der Duft des Frühlings, Monsun-Schauer, Schneegestöber, das Rattern der Züge, Lärm, Geschrei, Vogelgezwitscher. Doch verflüchtigt sich die Poesie, erstickt in einem gnadenlos hämmernden Beat, der die Körper vor sich hertreibt. In einem Tanz, der die eben noch verschiedenartig beschriebene Welt auf einen Schlag zwanghaft gleich aussehen lässt.

In «Belleville», Auftakt seiner dritten Spielzeit am Bremer Theater, setzt Samir Akika nicht auf Zwischentöne.

Die Energie, die seine Tänzer im Soundgewitter von DJ Martin Basman freisetzen, ist allerdings bemerkenswert. Schemenhaft agieren sie hinter der gewellten Plexiglaswand. Tanz als schweißtreibendes Workout, bis die ersten hinaus ins Freie quellen, virtuos den Fluchtweg über die Dächer nehmen, um sich sogleich wieder ins Gewühl zu stürzen. Wie so oft lässt Akika die Tänzer über mehrere Ebenen toben. Die Bühne von Gabor Doleviczényi und Tilo Schreieck spielt raffiniert mit Transparenz und Intransparenz, betäubender Glamourwelt und ernüchternder Wellblechhüttenansicht.

Tänzer aus ...

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Tanz Januar 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Irmela Kästner

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