Bosse in Bewegung

Kultur als Konzern-Aushängeschild? Passé! Jetzt bringen Kreative Vorstände und Belegschaften auf Trab

Tanz - Logo

Porsche steckt Geld ins Stuttgarter Ballett, die Stiftung der Reederei Hapag Lloyd fördert das Hamburg Ballett, die Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau unterstützt die Festwoche des Thüringer Staatsballetts, eine Sparkassenstiftung hält das Kölner Tanzarchiv am Leben – das sind nur ein paar Beispiele für Sponsorenmodelle, mit denen die Wirtschaft Teilen der Tanzszene unter die Arme greift. Das kapitalistische Mäzenatentum hat seit Jahrzehnten Konjunktur.

Wobei Maler, Bildhauer, Museen und repräsentative Festivals zweifelsohne mehr Geld abgreifen als der Tanz, dessen Image sich offenbar nicht ganz so gut PR-wirksam verwerten lässt.

Abseits der Öffentlichkeit wächst dafür ein Betätigungsfeld, das Tänzern, Choreografen und Performern statt Finanzspritzen ein reguläres Honorar in Aussicht stellt. Noch ist kein riesiger Markt entstanden, und mutmaßlich wird es den auch nicht geben. Aber Findige können vermehrt mit kommerziellen Akteuren ins Geschäft kommen. Stichworte: Coaching, Consulting, Organisationsentwicklung. Oder schlicht «Unternehmenswandel». Dieser Begriff steht auf der Website von Expedere, einer jener Firmen, die anderen Firmen in turbulenten Zeiten mit Rat und Tat zur Seite ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2017
Rubrik: Praxis, Seite 74
von Dorion Weidmann

Weitere Beiträge
Jecke Schneisen

«City Dance Köln» durchquert die Stadt. Menschen kommen von den Ortsrändern her über den Fluss, ziehen durch Straßen und Parks, betanzen ungewohnte Orte. «City Dance Köln», das war vergangenen Spätsommer ein Projekt der Kölner Choreografin Stephanie Thiersch. Es stiftete spontanes Miteinander zwischen Passanten und Tänzern. Es lud dazu ein, sich die städtische...

La Ribot «Another distinguée» in Madrid

Eins muss man ihr lassen. 23 Jahre blieb sich die in Genf lebende Spanierin selber treu. Sie macht, was sie immer tat, auch wenn eine in den 1990er-Jahren geborene Zuschauerin genervt ausruft: «Das ist ja so was von Neunziger!». La Ribot mit feuerroten Locken und der Konzentration einer Zirkusdompteurin ist bekannt für ihre «distinguierten Stücke», kleine Aktionen,...

Antje Pfundtner in Gesellschaft «Ende» in Dresden

Das Ende ist wie der Anfang. Zwei Tänzerinnen von ähnlicher Statur stehen reglos nebeneinander, den Blick geradeaus ins Publikum gerichtet. Eine Zwillingsfigur, die ein Bild von Fortsetzung, Wiederholung, Ewigkeit andeutet. Und in der Tat will Antje Pfundtner in ihrem neuen Stück «ENDE», uraufgeführt auf Kampnagel in Hamburg, lieber den Schlusspunkt in der Breite...