momentum

Lorna Simpson packt Black Power und Women‘s Lib in anspielungsreiche Videoinstallationen

Bewegung kann vieles sein. Bewegung gibt es auch in ihrer Abwesenheit, nämlich in der Standfotografie. Ein Still ist das Innehalten in der Bewegung. Es gefriert den Augenblick ein ohne Davor oder Danach und regt so die Fantasie des Betrachters an. Wenn dieser eine Bewegungsfolge kennt, wird er vor dem inneren Auge den Rahmen des Bildes entsprechend ergänzen. Kennt er sie nicht, wird er verschiedene Möglichkeiten durchspielen, ausgehend von der Körperhaltung der jeweiligen Protagonisten.

Der sichtbare Augenblick in der Standfotografie schafft etwas, was es in der Wirklichkeit nicht gibt: die Präsenz des Präsens. Das Flüchtige verflüchtigt sich, ein einzelner Moment ist durch die Fotografie dingfest gemacht.

Eadweard Muybridge schuf mit seinen Serienfotografien als Erster einen schönen Zwitter – nicht mehr Fotografie, noch nicht Film. Die afro-amerikanische Künstlerin Lorna Simpson, 1960 in Brooklyn geboren und nach einer Reihe bedeutender Auszeichnungen gerade erst für den «Deutsche Börse Photography Prize» nominiert, liebt Fotoserien. Anders als Muybridge bevorzugt sie die Pose oder die minimalistische Wiederholung des Gleichen, aber nicht immer Identischen. Insofern scheint ihre ...

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Tanz Februar 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Eva-Elisabeth Fischer