mensch raum maschine

Das Bauhaus hat dem Design der Moderne genauso den Weg gewiesen wie der Bühnenkunst. Eine Dessauer Ausstellung ehrt den Genius der Erfinder

Es geht rechtsrum und linksrum, aufwärts und abwärts auf spiralförmigen Bahnen in einem gläsernen Turm, den László Moholy-Nagy, Meister am Bauhaus, 1922 dynamisch schräg aufs Papier gestellt hat. Als ob Bewegung wie Drehen und Kreiseln Architektur geworden wäre, samt einer Prise purer Lust an der Eroberung des Raums, so wirkt diese als «Kinetisch-Konstruktives System» bezeichnete Zeichnung. Sie ist Teil der Ausstellung «Mensch-Raum-Maschine» am Bauhaus Dessau, die den Bühnenexperimenten der berühmten Schule gewidmet ist.

Moholy-Nagy war Leiter der Metallwerkstatt und interessiert an Fotografie, Film, Licht und Bewegung. Auf ihn geht ein schwarzweißes Lichtspiel zurück, erzeugt von einem Apparat aus Spiegeln, Gittern und Lochblechen, die – umeinander kreisend – fortwährend neue Muster von Licht und Schatten erzeugen. Dieses Spiel des «Modulators» hat Moholy-Nagy selbst auf Film festgehalten und durch Doppelbelichtung noch einmal die Effekte der Transparenz potenziert. Es ist ein wunderbarer Tanz abstrakter Elemente, der bis heute viel von der Euphorie transportiert, in neue Räume aufbrechen zu wollen – im ästhetischen Sinn zunächst. Dass dies auch ein Hebel zum ...

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Tanz Januar 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Katrin Bettina Müller