flower crazy

Yukio Nakagawa gilt als der größte japanische Ikebana-Künstler. Unsterblich wollte er nie sein, unvergessen aber sind seine tanzenden Blüten für den Großmeister des Butoh, Kazuo Ohno.

Als Yukio Nakagawa seine Heimat Marugame auf Shikoku verließ, der westlichen Hauptinsel Japans, zog er mit nichts anderem von dannen als mit seinen Erinnerungen an die Farben, Gerüche und Formen der dort üppig gedeihenden Flora. Im Alter von 38 Jahren gelangte der Meister der Blumensteckkunst Ikebana nach Tokio und schlug sich in der wirtschaftlichen Nachkriegsblüte ab 1956 als Einzelgänger mit kleineren Gebinden für Lokale durch.

Mit konsequenter Sturheit lehnte er die etablierten Ikebana-Schulen ab, auch wenn ein Lehrauftrag ihm ein bescheidenes monatliches Einkommen hätte sichern können. Sein Kunstwollen aber sträubte sich gegen das bloße Kopieren der Tradition. Umgekehrt stieß er freilich ebenso auf Ablehnung und wurde etwa 1951 von der Teilnahme an der «2. Japanischen Ikebana-Ausstellung», der großen Messe dieser Kunst, ausgeschlossen. Nakagawa empfand dies nie als Schmach.

In jungen Jahren erlitt er eine Rückgratverkrümmung. So klein er darum von Statur war, gegenüber dem Ikebana-Establishment und dessen Schwulst von Konventionen blieb er grundsätzlich unbeugsam. Er wollte diese Kunstform neu beleben, die in seinen Augen zu reiner Tischdekoration verkommen war. Für Nakagawa ...

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Tanz August 2012
Rubrik: bewegung, Seite 4
von John Barrett