Public Relations

Öffentlichkeitsarbeit – eine Schattenkunst soll dafür sorgen, dass die Kunst nicht unter ihrer Vermittlung leidet.

Die Beziehung eines Theaters zur Öffentlichkeit ist nur selten sehr intim. Das Publikumsgespräch nach einer Vorstellung bildet mitunter das Maximum an Nähe zum Zuschauer, die ein Choreograf zulässt. Der Künstler zum Anfassen dient quasi als Bonus-Track dafür, dass bis zum Publikumsgespräch tatsächlich alles getan wurde, damit überhaupt ein Publikum da ist. Denn warum der Zuschauer kommt, ist bis heute ein Rätsel. Wie zahlreich er erscheint, scharen- oder tröpfchenweise, daran war früher das Wetter Schuld. Heute ist es die Schuld der Öffentlichkeitsarbeit.

Das Parkinson’sche Gesetz

Je mehr ein Theater oder eine Kompanie auf Publikum angewiesen ist, desto eher regiert das Parkinson’sche Gesetz. Das geht, aufs Theater übertragen, so: Der Anteil des Personals steigt in den Bereichen, die nichts mit Kunst zu tun haben, im Schnitt um sechs Prozent pro Jahr, egal, ob mehr oder nichts zu tun ist, während für die eigentliche Kernaufgabe des Theaters, die Kunst also, das Personal stagniert oder sinkt. Dagegen wird so lange nichts unternommen, wie man das Kerngeschäft eines Theaters nicht über die Kunst definiert. Geht es um Platzausnutzung, vermehren sich also entgegengesetzt proportional zu ...

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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Vermittler, Seite 58
von Arnd Wesemann