Erste Schritte - Britta Wirthmüller

Tanzen ist Glaubenssache. Wie bei jedem Glauben gibt es Zweifel. Zweifel am Gehorsam zum Beispiel. Die selbstbewusste Tänzerin Britta Wirthmüller ist keine Abtrünnige. Aber sie kämpft gegen die Bevormundung durch Pädagogen und Lehrer. Ein Plädoyer für mehr Selbstverantwortung.

Zweifel waren schon immer ihre Begleiter. Tänzerin – das ist doch kein richtiger Beruf, flüsterten sie ihr ein, als Britta Wirthmüller mit 13 Jahren zur Bühne wollte. Eigentlich hätte sie eine Tierhandlung aufmachen oder Tierärztin werden wollen. Nach dem Abitur, als sie tatsächlich eine Ausbildung an der Palucca Schule in Dresden antrat, kamen die Zweifel erneut, und wieder von außen: Mit 18 Jahren – das ist doch schon zu spät! Trotzdem ging sie nach Dresden – und wurde dort mit Zweifeln überhäuft.



Britta Wirthmüller fühlte sich eingeengt und bevormundet. Übte in ihrer eigenen fünften Position, um sich nicht zu verletzen, dehnte weniger intensiv: «Ich hatte Angst, mich zu verbiegen, meinen Körper kaputt zu machen», sagt sie leise, und jetzt ganz ohne Zweifel. Ihr Verhältnis zum eigenen Körper war ungewöhnlich verantwortungsvoll – ganz anders, als man es von ehrgeizigen Nachwuchstänzerinnen kennt. Die Strafe, den Entzug der lehrmeisterlichen Aufmerksamkeit, nahm Britta Wirthmüller hin. Und mühte sich weiter, um es sich selbst und anderen trotzdem zu zeigen. Ein Leben im Widerspruch.

Auch ein paar Jahre später, als sie an Auditions teilnahm, glaubte die in Hamburg Lebende nicht so ...

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Tanz August/September 2009
Rubrik: Beruf: Tänzer, Seite 48
von Bettina Trouwborst

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