Bern: Miranda, Wilton, Rustem «tabula rasa»

«Tabula rasa»? Der Titel des zweiten Saisontanzabends am KonzertTheater Bern ist kein Grund, sich um die Existenz der hauseigenen Kompanie Sorgen zu machen. Das mit Eleven verjüngte Ensemble ist in Top-Form. Tabula rasa bezeichnet im Lateinischen auch eher ein «unbeschriebenes Blatt». Es ist der Urzustand der Seele gemeint. Darum geht es in dem dreiteiligen Programm: um Ekstase, Rausch und Trance. Um transzendente Bewusstseinszustände. James Wilton eröffnet mit «Trimurti» und starken Bildern. Nach hinduistischem Prinzip wird hier Bewegung geschaffen, umgeformt und zerstört.

Neun Tänzerinnen und Tänzer liegen am Boden in einem hellen Lichtkreis. Wie Messer schnellen die Arme in die Höhe, bis sich die Luft blutrot färbt (Lichtdesign Jonas Bühler). Als die Post-Metal-Band Russian Circles ihre Rhythmen einschießt und der Sound zu hyperventilieren beginnt, hechten die Körper vom Boden hoch, wirbeln in die Vertikale oder kreisen rückwärts um eine Mitte, als würde da die Feder eines Uhrwerks aufgezogen. Am Höhepunkt explodiert der Kraftspeicher. Mitten drin: Norikazu Aoki. Der 44-jährige Tänzer, der seit dieser Saison nicht mehr fest zum Ensemble gehört, schraubt Pirouetten in Schräglage ...

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Tanz April 2018
Rubrik: Kritik, Seite 45
von Marianne Mühlemann

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Dipl. Ballettpädag. Ballett/Jazz/Modern/Charakter/tänzerische Früherziehung. Ausbildung bis zur Akademiereife. Ballettmärchen. An der Trinkhalle 2B, D-65812 Bad Soden/Ts., Tel. +49-6196-228 49 
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