Berliner Clubleben: Traumabar und Kino

Die Berliner Tanzszene taucht gerne ab, hinunter zu Orten, die der Kulturbetrieb der Stadt sonst nicht im Blick hat: diesmal in die Traumabar. Unweit des Hauptbahnhofs, in einem seelenlosen Neubaugebiet auf dem ehemaligen Grenzstreifen, hat sich ein anonymer Investor einen Traum wahr gemacht: einen Mix aus Club und Kunstbetrieb auf einem Gelände mit alten Garagen. Vor der Tür lungert ein Türsteher, dahinter empfangen zwei Bars, Tanzflächen, auch ein Kino.

Ein-, zweimal die Woche produzieren hier Madalina Stanescu (die aus der Galerieszene stammt), Kyle van Horn (aus der Musikszene) und Troels Primdahl (aus der Tanzszene) einen Mix aus Performance und Party. Ihr Konzept schlug im Sommer 2018 ein wie ein Meteorit. Keine Gastspiele, sondern dank eigenem Tanzstudio (im Bau) selbst finanzierte Premieren wie die Raumbespielung «Empty Hour», produziert von Kassels Tanzchef Johannes Wieland und Troels Primdahl, der als Kurator auch jungen Choreografen wie Yotam Peled aus Israel (Mentor: Hofesh Shechter) eine erste Chance gibt. «Im Prinzip experimentieren wir als ein privates Kulturzentrum an den Schnittstellen von Tanz, DJing, Fashion und Videokunst», erzählt der 35-Jährige.

In Aarhus hat ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2019
Rubrik: Side Step, Seite 23
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Im Musenraum: Anne Teresa de Keersmaeker

Anne Teresa de Keersmaeker ist derzeit viel in der Kunstwelt unterwegs. Im Augenblick zeigt die belgische Starchoreografin nicht nur ihren Erstling, «Fase, Four Movements to the Music of Steve Reich» (1982), in der Düsseldorfer Kunstsammlung in einer fortlaufenden Performance (29. Okt. bis 10. Nov.). Im Brüsseler Museum Bozar sorgt zugleich ihr Beitrag zur...

Was ist denn Tiefe?

Aus der Tiefe des Raumes in den Raum hinein fährt eine Brücke. Die Räder sind unsichtbar. Ein paar Stufen, ein Geländer links und rechts mit leuchtendem Neon-Ornament. Diese edle, ferngesteuerte Fußgängerbrücke, man darf im Friedrichstadt-Palast gern sagen: diese Showtreppe aus der aktuellen Revueproduktion «Vivid» ist nicht dazu da, einen großen Auftritt zu...

Newcomer: Mark Christoph Klee

«Mach doch was mit Tanz», hatte seine Mutter gesagt. Und da Mark Christoph Klee gerade nichts Besseres einfiel, bewarb er sich in Amsterdam an der University of the Arts – und wurde genommen. 1993 im beschaulichen Neumünster geboren, hatte er als Jugendlicher viel getanzt, vor allem Hip-Hop. Ab 2012 studierte er Modern Theatre Dance in Holland, eine Dringlichkeit...