Berlin: «Doda | Goecke | Duato»

Es wäre ein anderer Abschiedsabend für Nacho Duato als Intendant des Staatsballetts geworden, hätte ihn, wie geplant, Crystal Pite eröffnet. Für Kanadas verhinderte choreografische Wunderwaffe sprang Gentian Doda ein, noch Erster Ballettmeister des Ensembles. Und damit hat das Unglück einen Namen. «Was bleibt», die einzige Uraufführung des Dreiteilers, wird garantiert nicht bleiben.

Wirr wie das bühnenhoch den Raum ausspannende weiße Bändergewebe reihen sich an verschiedenen Orten der Szene enge Körperballungen von extremer Langsamkeit zum Stehballett, aus dem bisweilen jemand auszubrechen wagt. Nur um bald wieder eingesogen zu werden. Mit groteskem Gekreuch spaltet sich die Formation in versprengte Teile auf, die kaum miteinander korrespondieren.

Was die Grüppchen umtreibt – Angst in ihrem Gefängnis oder unsichtbare Bedrohung, und das zu Brumm- oder Mahlgeräusch – bleibt unklar. Abgesehen von einigen Passagen à la Marco Goecke ist keinerlei eigene Bewegungssprache erkennbar. So wirkt es auch eher lächerlich, wenn die Gruppe das Getriebe einer Dampflok zu imitieren scheint. Zerquältem ohne Zusammenklang folgen gegen Ende skulpturale Posen von Trauer und tiefen Hilflosigkeit. Als ...

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Tanz Juli 2018
Rubrik: Kritik 7/18, Seite 38
von Volkmar Draeger