Be parts!

Im September 1995 gründete Anne Teresa De Keersmaeker in Brüssel die Performing Arts Research and Training Studios – kurz P.A.R.T.S. genannt. Eine Schule, die nirgendwo im Namen das Wort «Schule» oder «Ausbildung» oder «Tanz» oder «zeitgenössisch» führt, aber trotzdem eine der besten Schulen ist. Welche Perspektiven haben sie heute?

Tanz - Logo

Bologna beförderte die Lehrer zu Dienstleistern. Damit sie diesen Status erhalten, müssen Schüler sie anerkennen können. Der Wert der Lehrer soll messbar sein wie bei Stiftung Warentest. Durch ein Ranking von Schulen. Nur Vergleichbarkeit und damit Gleichheit der Ausbildung hat diese Praxis im Sinn. Das führt zu purer Konvention. Ist das gut für einen Markt, der den Unterschied und die Überraschung sucht? Ist das gut für den Tanz?

Der Leiter der Brüssler P.A.R.T.S., «Papa» Theo Van Rompay, ließ sich von seinen Studenten fragen: Wie steht es um die Reputation von P.A.R.T.

S. heute? Van Rompay knirschte nícht mal mit den Zähnen, als er antwortete: «Der Hype ist vorbei.» Jeder Hype ist vergänglich. Vor über zehn Jahren gründete die Brüssler Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker ihre Performing Arts Research and Training Studios als internationale Schule. Sofort wusste alle Welt viel über ihre taoistischen Ansichten und ihre makrobiotische Mensa. Weniger bekannt war, dass sie lieber namhafte Gastlehrer auf ihre Klientel losließ als die sonst üblichen Stundenpläne von Lehrern, die ihre besten Jahre hinter sich haben. Noch weniger bekannt ist, dass ihr genau deshalb nie erlaubt sein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2007
Rubrik: Ausbildung, Seite 68
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Göhre und Soto: "Ein neuer Sommernachtstraum"

Dass junge Choreografen alte Vorlagen ändern, ist ihr gutes Recht. In Schwerin tun das Annett Göhre und Cayetano Soto gleich in zweierlei Hinsicht. Ihr Gasteinstand «Ein neuer Sommernachtstraum» beruft sich zwar im Titel auf Tom Schillings Uraufführung für sein Tanztheater der Komischen Oper von 1981 und nutzt auch, nach eigener Aussage leicht umgestellt, Georg...

Was denkt Nanine Linning

Der Mensch sieht am liebsten anderen Menschen zu. Deshalb gibt es für mich nichts Herrlicheres, als kopfüber im Plüsch des Theatersessels zu versinken und zu schauen und zu erfahren.

Doch die architektonische Form des Theaters, wie wir sie seit dem 18. Jahrhundert kennen, gründet sich auf einem absolut idiotischen Konzept. Denn begreift man das Theater als einen...

Elise Ralston

Geboren in São Paulo, studierte sie Cec-chetti-Technik bei Maria Melo, ehemalige Primaballerina der Scala di Milano. Nach der klassischen Ausbildung an der Stuttgarter John-Cranko-Akademie lernte sie in New York moderne Tanztechnik und Yoga kennen. Am Alan Bateman Institute for Health Body Education absolvierte sie ihre Yoga-Ausbildung. Zurück in Deutschland, wurde...