Barak Marshall: "Monger"
Barak Marshall
«Monger»
Das Geräusch von Wassertropfen bohrt sich in die Stille. Wir sehen hinein in ein dunkles Untergeschoss. Zehn Menschen hocken in schwarzen Mänteln ängstlich aufeinander. Wenn das Licht angeht, sind sie verstört wie aufgeschreckte Ratten. Ein eher dürftiger Anfang, der ans typische Tanztheater der 1980er erinnert. Aber dann geht’s los. Es gibt eine ziemlich wilde Geschichte über einen kleinen Aufstand gegen eine unsichtbare, unersättliche Kaffeetrinkerin namens Mrs. Margaret, Gebieterin über das Universum der Obergeschosse.
«Monger» (Krämer) heißt das verrückte Stück des amerikanisch-israelischen Choreografen Barak Marshall, das noch alle Merkmale seiner unschuldigen Erstlingswerke von vor fast anderthalb Jahrzehnten in sich trägt.
1994 geriet Marshall, der nie in seinem Leben auch nur eine Tanzstunde nahm, in die Tanzszene, weil seine Mutter Margalit Oved – die führende Tänzerin beim Inbal Dance Theater in den 1950ern – ihn bat, nach Israel zu kommen und das ziemlich darniederliegende Inbal zu reanimieren.
Der Sohn gehorchte, die Mutter ging zurück nach Kalifornien. Barak Marshall fühlte sich wohl in Israels freier Szene, gewann einen Preis in Bagnolet, zeigte ...
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