Barak Marshall: "Monger"

Madrid

Barak Marshall
«Monger»

Das Geräusch von Wassertropfen bohrt sich in die Stille. Wir sehen hinein in ein dunkles Untergeschoss. Zehn Menschen hocken in schwarzen Mänteln ängstlich aufeinander. Wenn das Licht angeht, sind sie verstört wie aufgeschreckte Ratten. Ein eher dürftiger Anfang, der ans typische Tanztheater der 1980er erinnert. Aber dann geht’s los. Es gibt eine ziemlich wilde Geschichte über einen kleinen Aufstand gegen eine unsichtbare, unersättliche Kaffeetrinkerin namens Mrs. Margaret, Gebieterin über das Universum der Obergeschosse.


«Monger» (Krämer) heißt das verrückte Stück des amerikanisch-israelischen Choreografen Barak Marshall, das noch alle Merkmale seiner unschuldigen Erstlingswerke von vor fast anderthalb Jahrzehnten in sich trägt.
1994 geriet Marshall, der nie in seinem Leben auch nur eine Tanzstunde nahm, in die Tanzszene, weil seine Mutter Margalit Oved – die führende Tänzerin beim Inbal Dance Theater in den 1950ern – ihn bat, nach Israel zu kommen und das ziemlich darniederliegende Inbal zu reanimieren.
Der Sohn gehorchte, die Mutter ging zurück nach Kalifornien. Barak Marshall fühlte sich wohl in Israels freier Szene, gewann einen Preis in Bagnolet, zeigte ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2009
Rubrik: Der Kalender, Seite 48
von Ora Brafman

Vergriffen
Weitere Beiträge
Jaroslaw Jurasz: "Alexis Zorbas"

Jaroslaw Jurasz
«Alexis Zorbas»

Unvergesslich die Schlusssequenz aus Michael Cacoyannis’ Film von 1964, in der Alexis Zorbas alias Anthony Quinn den Sirtaki tanzt. Alles hat er nach dem Zusammenbruch seiner Seilbahn verloren, nur nicht seine Lebensfreude. In Halberstadt dampft Jaroslaw Jurasz die 360 Seiten von Nikos Kazantzakis’ Roman auf ihren tanzbaren Extrakt...

Gestörte Schönheit

Leipzig. Das Kellertheater in den Katakomben des riesigen Opernhauses. Zu DDR-Zeiten war es der Partykeller der Künstler, sagt Friedrich U. Minkus, Impresario der Choreografin Heike Hennig. Zusammen mit dem Dramaturgen Jochen Kiefer gehören die drei derzeit zu den erfolgreichsten Tanzunternehmern in Sachsen. Hennig wurde überregional bekannt, als sie ehemaligen...

Maillot

In Monte Carlo geht es in den Berg hinein, ins Grimaldi-Forum tief unter den Mittelmeeresspiegel. Hier leitet Jean-Christophe Maillot seit 16 Jahren die Ballets de Monte Carlo. Seine Ballettversion von Gounods «Faust» 2007 gewann den Prix Benois de la Danse, im März 2007 entstand daraus sein Operndebüt am Staatstheater Wiesbaden. Gounod einmal vertanzt, einmal...