das wesentliche

Sie sind 70, 80 oder 90. Kein Grund abzutreten. Im Gegenteil, die knapp werdende Zeit verleiht Flügel. Mikhail Baryshnikov und andere Senioren zeigen, warum

Das Alter sei die Zeit des Friedens, der Weisheit, der Gelassenheit. Zeit, zu seinen Ursprüngen zurückzukehren oder aber zu wagen, was man sich noch nie getraut hat. Will man sich um seinen größten Traum betrügen? Vielleicht deshalb tastet sich Mikhail Baryshnikov, über ­60 Jahre alt, von New York aus an die Stätte seiner ersten Triumphe heran, der er vor fast vier Jahrzehnten den Rücken kehrte. So nah man eben dem Kirow-Theater in St. Petersburg kommen kann, ohne den Westen zu verlassen. In Tallinn und Helsinki probte er gerade ein Stück mit dem Titel «In Paris». Es geht ums Exil.

Natürlich. In der Bearbeitung der 1940 entstandenen Novelle von Iwan Bunin, dem ersten russischen Literatur-Nobelpreisträger von 1933, spielt er den gealterten General der weißen Armee, der sich in Paris in eine ebenfalls im Exil lebende junge Kellnerin verliebt. Baryshnikov tanzte das aber nicht. Zur Premiere, die schließlich im Pariser Théâtre National de Chaillot stattfand, war die Enttäuschung jener groß, die erwartet hatten, dass er noch einmal so auftrumpfen würde wie ein Jahr zuvor im Théâtre de la Ville. Aber Ballett tanzt Baryshnikov schon seit ­20 Jahren nicht mehr. Für Prinzenfiguren fühlt er ...

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Tanz Februar 2012
Rubrik: praxis, Seite 66
von Thomas Hahn