Ausbilder im Wettbewerb

Erstmals treten die Staatlichen Tanzhochschulen gemeinsam an und zeigen, was sie können. Eindrücke vom Berliner «Context» Festiva.

Der Satz will gar nicht wieder aus dem Kopf. «Ach, wie schön, dass mal wieder getanzt wird.» Von der Dame mit dem ondulierten Haar in der vorderen Reihe dem Gatten ins Ohr gesagt. Auf diese Weise den Umsitzenden unbeabsichtigt ins Hirn geträufelt. Irgendwie wirklich schön, dass mal wieder getanzt wird. Vor allem, wenn sie so jung sind, die Tänzer. Noch nicht «fertig», noch keine Routine. Einfach mit Leidenschaft bei der Sache. Mit dieser kostbaren, schnell vergänglichen Mischung aus Brennen und Werden.



Brennen und Werden statt Maß und Sein – das trifft es für viele Schulvorstellungen ziemlich genau, auch für diesen Tanzabend auf der allerersten deutschen Biennale der Tanzausbildung. Wenn der junge Daniel Camargo aus der Stuttgarter John Cranko-Schule die Diagonale stürmt, für seine «Flamme von Paris» den Bühnenhimmel erobert und am Ende in einem übermütigen Port de bras, nein, nicht zum Stillstand, sondern eher zur Pause vor dem nächsten Anlauf kommt, dann fühlt auch der Ballett-resistente Zuschauer den Zauber jenes ganz speziellen, seltenen Zusammentreffens jugendlicher Begeisterung, unzerstörbaren Talents und hervorragender Ausbildung.

Vor allem Letztere sollte auf dieser ...

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Tanz April 2008
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Elisabeth Nehring

Vergriffen
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