Foto: Jan-Pieter Fuhr
Augsburg: Ricardo Fernando «Schwanensee»
Das Augsburger Theater wohnt, so lange das große Haus saniert wird, im proper hergerichteten Textilviertel der Stadt in einem Zweckbau. Die Sicht von der Tribüne ist überall fabelhaft, während die ersten Reihen sozusagen mitten im Orchester sitzen. Es tost einem Tschaikowskys «Schwanensee» um die Ohren. Hinter den Musikern feiern Königs den 18. Geburtstag ihres Sohnes Siegfried. Der schaut zwischen Spiegeln auf die Trickprojektion eines Sees mit Schwänen, wo er seine Liebste wähnt: Odette.
Ricardo Fernando, gebürtiger Brasilianer, seit 1993 leitend und choreografierend an deutschen Stadttheatern unterwegs, hat nach zehn Jahren in Hagen Robert Conn in Augsburg als Ballettchef abgelöst. Er weiß also, was mit einer kleinen Kompanie nicht geht. Ein mit nur zwölf Schwänen erbärmlicher «Schwanensee» zum Beispiel – vom Rest der Besetzung ganz zu schweigen. Also hat er Hand angelegt, die Musik umgestellt und die ganze Aufführung auf knappe zwei Stunden verdichtet. Er kommt auf 16 Schwäne, weil neben acht Frauen ebenso viele Männer in bauschig gefiederten Hosen tanzen. Und das doch so ganz anders als sonst.
Fernandos Version ist nach wie vor Ballett, die Frauen tanzen auf Spitze, verfremdet ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 34
von Eva-Elisabeth Fischer
Es ist wieder so weit. Wir sind im Monat der schönen Wünsche. Weihnachten. Neues Jahr. Gute Vorsätze. Davor gibt’s natürlich den «Nussknacker», danach natürlich ein Katerfrühstück. Aber was wünschen wir uns in diesen Zeiten? «Weltfrieden» klingt schrecklich, obwohl es berechtigterweise der Klassiker ist unter allen guten Wünschen. Plastiklose Weltmeere ist auch so...
Marie Taglione
Sie ist die ikonische Ballerina des Romantischen Balletts – schon zu Lebzeiten eine Legende. Aber das Manuskript ihrer «Souvenirs» ging verloren. Was blieb, war eine maschinenschriftliche Kopie, einst angefertigt von ihrem Biografen, Léandre Vaillat. Jetzt hat der Tanzforscher Bruno Ligore mit detektivischer Akribie das Original aufgespürt und in...
Mit «The hidden floor» haben Franck Chartier und Gabriela Carrizo von der belgischen Kompanie Peeping Tom ihre für das Nederlands Dans Theater (NDT) konzipierte Trilogie komplettiert. Den Auftakt hatte 2013 Carrizos Stück «The missing door» gemacht, bevor Chartier zwei Jahre später mit seiner preisgekrönten Choreografie «The lost room» nachlegte und Lust auf den...
