atelier für anträge
Wie wollen wir arbeiten? Und unter welchen Bedingungen? Ersteres klären Choreografen und Tänzer der freien Szene individuell. Die Antwort auf die zweite Frage gibt hingegen das System der Kulturförderung am jeweiligen Arbeitsort vor. Öffentliche Förderung ist für freie Tanzschaffende eine Vorbedingung ihrer Tätigkeit. Die Antragsprosa ist der Bewegungskunst vorgängig, Fördervolumina prägen Ästhetiken.
Bestimmt die Kulturpolitik also die Grenzen des Machbaren im Tanz? In Berlin ist die Plattform «How Do We Work It» angetreten, die Arbeitsbedingungen im Tanz zu diskutieren und neue Strukturen zu erproben, mit ihnen anders umzugehen: Solidarität statt Rivalität, Zusammenhalt statt Wettbewerb.
«Viele empfinden das Fördersystem als Druck, es baut ein Konkurrenzverhalten auf», berichtet Veronika Bökelmann von «How Do We Work It». Vereinzelnd wirke das öffentliche Antragswesen – kontraproduktiv für die in Gemeinschaft entstehende wie rezipierte Kunstform Tanz, so klingt es bei ihr durch. Um da gegenzusteuern, organisierten fünf Tanzschaffende aus der Gruppe das «shared office #1»: Öffentliches Co-Working für Choreografinnen und Choreografen in den Berliner Uferstudios. In einem Farblager ...
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Tanz November 2014
Rubrik: praxis, Seite 68
von Elena Philipp
Wer sich zutrauen würde, eine Geschichte des zeitgenössischen Tanzes zu schreiben, käme schnell zur Erkenntnis: Es gibt keine richtige Reihenfolge. Es scheint unmöglich zu sagen, auf Choreograf X folgte Choreografin Y. Was in einem Stadttheater noch gültig zu sein scheint – nach Youri Vámos in Düsseldorf kam Martin Schläpfer – ist dennoch ungültig, denn Schläpfer...
Statt Cranko Neumeier. Statt «Onegin» eine «Tatjana». So nennt Hamburgs Ballettintendant seine Version von Puschkins Versroman. Tatjana, sagt Fjodor Dostojewski, ist der wahre «Held»: «Sie ist tiefgründiger als Onegin und auch klüger. Sie ahnt schon allein durch ihren feinen Sinn, wo die Wahrheit ist und worin sie besteht. Vielleicht wäre es besser gewesen,...
im dezember: klassisch heute_______
Wenn Alexei Ratmansky am 13. Dezember beim Bayerischen Staatsballett seine «Paquita» vorstellt, braucht man sich um mangelnde Aufmerksamkeit nicht zu sorgen: Zum ersten Mal erarbeitet der gefragte Choreograf ein Petipa-Ballett auf Grundlage des umfangreichen Quellenmaterials – als Höhe- und Schlusspunkt einer Klassiker-Pflege,...
