ANNE TERESA DE KEERSMAEKER «MYSTERY SONATAS/FOR ROSA»

Den Haag on tour

Tanz - Logo

Mit «Mystery Sonatas/For Rosa» legt Anne Teresa De Keersmaeker erstmals seit ihren «Six Brandenburg Concertos» (tanz 10/18) wieder ein groß angelegtes Gruppenstück vor. Höchste Zeit, wieder zu tanzen, könnte das Motto lauten – vielleicht hat die belgische Choreografin eben deshalb die freudenreichen «Rosenkranzsonaten» (alias «Mysterien-Sonaten») Heinrich Ignaz Franz Bibers als musikalische Grundlage gewählt. Ursprünglich als Unterstützung bei der Ausführung des uralten Perlengebets komponiert, lässt Amandine Beyer die aus dem 17.

Jahrhundert stammenden Sonaten von ihrem Ensemble Gli Incogniti beinahe wie Popmusik musizieren. Keersmaekers Choreografie fügt der Komposition eine zusätzliche Dimension von Komplexität hinzu: durch eine Reihe virtuoser Gruppenchoreografien, gespickt mit glamourösen Solomomenten. Das alles ist, nicht zuletzt dank Bühnenbildner und Lichtdesigner Mikka Tikkainen, zugleich fröhlich und zutiefst spirituell gestimmt.

Die Bühne ist leer. Einzig ein großes, silbernes Objekt schwebt nebelumwoben hoch über dem Boden. Unablässig verändert es seine Form und entpuppt sich schließlich als ein auf der einen Seite silbern, auf der anderen golden gerandeter Rest von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2022
Rubrik: Kalender, Seite 46
von Pieter T’Jonck

Weitere Beiträge
Im Krieg tanzen wir nicht

Am 24. Februar weckte mich ein Anruf meines Vaters:

Was machst du? Ich schlafe natürlich. Wieso? Putin hat den Krieg erklärt. Ich setze mich im Bett auf.

Scheiße. Zeitgleich ruft auf der anderen Leitung meine Freundin an:

Weißt du’s schon? Ja. Danke, dass du anrufst. Im Bett sitzend, blicke ich aus dem Fenster auf den eintönig grauen Morgenhimmel und lausche....

MARGUERITE DONLON «EASTWEST»

Was Osten ist, was Westen? Auf der Bühne wird gerätselt, turbulent und komödiantisch, in babylonischem Sprachgewirr. Ist der Osten, ganz weit im Osten, nicht eigentlich schon Westen? Ist Westen das Gegenteil von Osten, wie Herz und Hirn? Und was ist mit Clint Eastwood, in all diesen Western?

Kommunikationschaos prägt vor allem den Start des Abends. Wir erleben eine...

Wang Ramirez

Onstage = offstage. A la scène comme à la ville. Paare, auf der Bühne wie im Leben. Wenn Lebenspartner gemeinsam choreografieren, wenn die Liebe zur Kunst mit privater Liebe einhergeht, wird oft Neues in die Welt gesetzt. Nicht nur Kinder. Es geht auch ohne Nachwuchs, so wie beim ersten Paar der modernen Tanzgeschichte: Das waren Ruth St. Denis (1879 – 1968), die...