Angélica Liddell: «Der ganze Himmel über der Erde»

Angélica Liddell: «Der ganze Himmel über der Erde»

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Das kann nur der Walzer. Den Himmel über der Erde verspricht er diesem unverschämt glücklichen Paar aus Shanghai. Sie, Xie Guinü, 71, und er, Zhang Qiwen, 72, tanzen seit mehr als 20 Jahren Wiener Walzer. Das passt perfekt zur Premiere bei den «Wiener Festwochen». Sie schwebt im blütengelben Kleid und aufwändig frisiert, er dreht sie im eleganten Smoking: zwei Traumsenioren, denen zuzuschauen den größtmöglichen Kontrast zu ihrer Gastgeberin darstellt, der spanischen Performerin Angélica Liddell.

Diese ein-Meter-und-sechzig-Furie, die auf einer bühnenklein aufgeschütteten Insel Utøya von den Beweggründen des Mörders Anders Behring Breivik frech auf die ganze Gesellschaft schließt – sie will nur diesen Tänzern großherzigen Respekt zollen. Nur dafür spielt das Wiener Ensemble Phace zehn eigens komponierte Walzer des koreanischen Filmkomponisten Cho Young Wuk – live. Tanzen ist der wahre Luxus.
Im Himmel über der ganz aus Dreck erbauten Erde schwimmen drei Krokodile, schweben in der Luft stellvertretend für all die berühmten Krokodilstränen, die vergossen werden, will man zu einer Gesellschaft gehören, die unablässig vom besseren Leben predigt: sofern man sich nur ordentlich engagiert, ...

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Tanz Juli 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Arnd Wesemann

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