andonis foniadakis

Das Ballet du Grand Théâtre de Genève ist eine Art künstlerische Heimat für den Griechen. Hier gab ihm Philippe Cohen 2004 die erste und entscheidende Chance. Bald will der Choreograf wieder mit einer eigenen Truppe punkten

Strawinskys «Le sacre du printemps» peitscht durch den Ballettsaal des Grand Théâtre de Genève. Für das Ende dieses Nachmittags ist ein Durchlauf der neuen Choreografie von Andonis Foniadakis angesetzt, davor werden einzelne Szenen geprobt. Die Stimmung unter den acht Tänzerinnen und sieben Tänzern ist konzentriert, geschäftig und kollegial zugleich. Wer gerade nicht in die Mitte stürzt, um im Pulk blitzschnelle Schritte und Armschwünge auszuführen, wiederholt am Rand das Gelernte, dehnt, holt Luft oder wechselt ein paar Worte mit den Kollegen.

Andonis Foniadakis sitzt auf einem Stuhl am Spiegel, er gestikuliert die ausladenden Oberkörper-Bewegungen mit und ruft den Tänzern entscheidende Zählzeiten zu. Sein Tonfall ist so ruhig und bestimmt wie sein Auftreten, wenn er eine bestimmte Sequenz wiederholt sehen möchte und die Tänzer dazu auffordert, sich den Raum spielerisch zu erschließen. Die Emotion des Stücks zu erhalten, ist ihm wichtig. Deshalb arbeitet er zielgerichtet daran, dass sich die Darsteller die Schlüsselmomente regelrecht einverleiben.

Die liegen manchmal waghalsig dicht beieinander: Aus einem tiefen Plié mit weit geöffneten Beinen und seitlich gekipptem Oberkörper in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2013
Rubrik: menschen, Seite 25
von Franziska Buhre

Weitere Beiträge
highlights

nordrhein-westfalen__
festival für zeitgenössischen tanz

In Zeiten leerer Kassen rücken Nachbarn enger zusammen. Acht Städte im tiefen Westen der Republik machen indes schon zum vierten Mal ein Schaufenster des zeitgenössischen Tanzes auf, das von A (wie Angie Hiesl & Roland Kaiser) über L (wie Leandro Kees) bis – immerhin – Y (wie Yoshie Shibahara) 26 Produktionen...

twitter-ballett

contra:
twittertanz 1________

ready-made-kunst

Wer wollte nicht schon mal sein eigenes Ballett machen? Das ging im Januar mit ein paar Klicks: Per Twitter rief eine kleine Kompanie aus Walnut Creek, California, dazu auf, unter dem Hashtag #DiabloWebBallet Ideen für ein kurzes Tanzstück einzuschicken, auf YouTube stand die Musikauswahl zur Abstimmung bereit. Mitte...

persönlich

newcomer_________
christine borch

Die Presse vergaß nicht, mehrfach die Schönheit der drei Tänzerinnen zu betonen, die auf einem runden Präsentierteller lagen, in delikat weiten Blusen, die stöhnten, orgiastisch atmeten und gemeinsam zu einem Höhepunkt kamen. Zur Eröffnung der «Tanztage» in Berlin sah man sie darauf in glücklicher Erschöpfung mit melodischen...