amsterdam: «we’re pretty fuckin’ far from okay»

On Tour: Lisbeth Gruwez: «We’re pretty fuckin‘ far from okay»

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«fight, flight or freeze»: Es gibt Vorstellungen, da würde man vom Sitz aus am liebsten zurückbrüllen, flüchten oder einfach nur erstarren. Was die Wissenschaft als unwillkürlichen Schrecken beschreibt – dass Säugetiere bei Gefahr mit Angriff, Abhauen oder Angststarre reagieren – gilt im Theater genauso: Protest, Türenschlagen, gottergebenes Durchleiden. Wie oft im Leben hat man sich schon für Letzteres entschieden? Nur würden wir dieses Vegetieren vor schlechter Kunst niemals Furcht, nur fürchterlich nennen.

Hat also der vom Theater erzeugte Fluchtinstinkt etwas zu tun mit Panik und Angst?

Wenn Lisbeth Gruwez und Nicolas Vladyslav auf zwei Stühlen unter trüben Scheinwerfern erwachen, beruhigt ein Déjà-vu: Nichts weiter passiert, wie so oft auf unseren Bühnen. Es ist das Nichts aus dem Absurden Theater. Die beiden sitzen und tanzen ein schweres Atmen. Ein. Aus. Auch das beruhigt, denn es erinnert an Atemübungen aus dem Yogakurs. Was dann aber geschieht, eine Choreografie des Herzrasens, der Schweißausbrüche und Abwehrgesten, ein Tanz des sich schützend vor die Brust schwingenden rechten Arms, der fahrig in den Nacken greifenden Hände, der über die Schenkel wischenden Fäuste, des ...

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Tanz Juli 2016
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Arnd Wesemann

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