alleskönner

Zum 150. Geburtstag verehrt ihm Dresdens Semperoper Ballett eine Hommage mit zwei Uraufführungen. Ob die Choreografen von heute sich leichter tun mit ihm als ihre Vorgänger? Denn die hatten es schwer mit Richard Strauss

Die 100. Wiederkehr der Uraufführung des Balletts «Le Sacre du printemps» von Igor Strawinsky und Vaslav Nijinsky ist kaum vorbei. Die Fülle an choreografischen Neubearbeitungen und Symposien, die auch die freie Tanzszene integrierte, wird «Josephs Legende» nicht zeitigen – Richard Strauss’ wichtigstes Ballett, das im Mai 1914, ein Jahr nach dem «Sacre», in Paris herauskam. Das hat auch damit zu tun, dass am 11. Juni 2014 vor allem der 150.

Geburtstag des Komponisten von «Salome», «Elektra», «Ariadne auf Naxos« und «Der Rosenkavalier» sowie einiger weiterer unverzichtbarer Opern gefeiert wird. Strauss’ schmales Ballett-Œuvre findet in den zahlreichen Neuerscheinungen auf dem Buch-Markt kaum eingehende Betrachtung. Wayne Heislers 2009 publiziertes, aus Sicht eines amerikanischen Musikwissenschaftlers verfasstes Buch «The Ballet Collaborations of Richard Strauss», in das etliche Vorarbeit deutschsprachiger Forschung einfloss, bleibt nach wie vor eine interessante Auseinandersetzung.

Neumeiers Vorgänger

Aus tanzhistorischer Sicht: Von Fotos, manchen choreografischen Skizzen und Beschreibungen abgesehen, ist keine der frühen Choreografien überliefert. Weder Mikhail Fokines Uraufführung ...

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Tanz Juni 2014
Rubrik: traditionen, Seite 58
von Andrea Amort

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