agnès noltenius

Zu den Münchner Ballettfestwochen bringt sie William Forsythes «Artifact» ans Bayerische Staatsballett. Vielleicht ist das der Beginn einer großen Freundschaft. Denn die Französin ist längst selbst zu einer respektablen Choreografin gereift.

Hier ist München ganz weiß-blau. Die bayerischen Fahnen wehen. Ortsfremden Menschen baumeln weiß-blaue Tüten eines bekannten Fernsehkochs am Handgelenk. Das Hofbräuhaus saugt Besucher ein und spuckt sie wieder aus. Am Platzl ist das Probenzentrum des Bayerischen Staatsballetts. Auch wenn die Fenster geschlossen sind, hört man das Klavier oder die Musik, mit der probiert wird.

Wer an diesem kalten, grauen Nachmittag auf dem Platz in Münchens «guter Stube» steht, hört Eva ­Cross­man-Hechts «Bach Variations» und Johann Sebastian Bachs «Chaconne»: Im großen Heinz-Bosl-Saal studiert Agnès Noltenius mit vier Tänzerinnen des Staatsballetts William Forsythes «Artifact» ein.

 

«Denkt an eine Blase, an den Widerstand der Luft um euch, macht es minimalistisch. Der Körper bringt euch vorwärts.» Die zweieinhalb Stunden verlaufen konzentriert, ruhig, entspannt. Falls Agnès Noltenius nervös sein sollte – es sind nur noch wenige Wochen bis zur Premiere am 25. April –, merkt man es allenfalls an Bemerkungen, die nebenbei fallen, die verdeutlichen, wie sehr es darauf ankommt, nicht nur ­Schritte zu proben und Improvisationen zu machen, sondern mit dem spezifischen Forsythe-Idiom zu «leben». Auf der ...

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Tanz April 2010
Rubrik: menschen, Seite 24
von Katja Schneider

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