Abstraktes Design
Vor 225 Jahren erblickte Carlo Blasis das Licht der Welt und damit ein Mann, hinter dem sich weit mehr verbirgt als nur die Erfindung der Attitude-Position, die er in seinen Schriften für sich reklamierte. Maßgeblich geprägt hat er nicht nur die Tanztechnik, sondern auch die Ästhetik des Bühnentanzes im 19. Jahrhundert und darüber hinaus. Doch eins nach dem anderen: Geboren wurde Carlo Blasis in Neapel, am 4. November 1797, in eine kunst- und tanzaffine Familie – sein Vater war Opern- und Ballettkomponist.
Da liegt es auf der Hand, dass Musik und Theater im Elternhaus eine große Rolle spielten. Ganz in diesem Sinne sollte der kleine Carlo eine universelle Ausbildung erhalten, die neben der Rechenkunst auch Musik, Literatur, Philosophie und Bildende Kunst einschloss. Und offenkundig auch den Tanz, denn 1815 trat er das erste Mal in Marseille als Tänzer auf. Er war damit so erfolgreich, dass er wenige Jahre später an der Pariser Oper debütieren konnte – der Ritterschlag für einen jungen Tänzer. Kurz darauf ging es dann aber an die Mailänder Scala, und sein Erfolg als Tänzer und Choreograf inner- und außerhalb Italiens nahm so richtig Fahrt auf. Die Tanzkarriere endete jedoch im Alter ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz 11 2022
Rubrik: Traditionen, Seite 0
von Juliane Pöche
Schönes Thema in Zeiten der Dürre: Wasser, «Aqua». Im neuen Programm der Kompanie Introdans aus Arnheim, das auch in Remscheid gastiert, lassen Sidi Larbi Cherkaoui, Jorge Pé-rez Martinez, Manuel Vignoulle und Lucinda Childs die Bewegung fließen, plätschern und wallen. Während das bei den drei Männern und ihren Stücken «Harbor Me», «Azul» und «Earth» vor allem zu...
Roman
ABSCHIED VOM TRAUM
Vom «Traum, eine Ballerina zu sein» bis zu den Spitzenschuhen als «Folterkammern aus rosarotem Satin» in gerade einmal 30 fiebrig-intensiven, wie wirbelnden Seiten. Der dritte Teil von Sigrid Nunez’ Roman «Eine Feder auf dem Atem Gottes» handelt vom Ballettunterricht der jugendlichen Erzählerin – aber eigentlich: von der Entdeckung und...
Man schrieb das Jahr 2020, als die damalige Ballettchefin der Pariser Oper, Aurélie Dupont, Norwegens Tanztheaterstar Alan Lucien Øyen vorschlug, ein Stück für ihr Haus zu schaffen. Sie wusste genau: Die Truppe aus dem Garnier-Palast und auch das Publikum würden damit eine absolute Neuheit erleben. Doch es folgten Pandemie und Lockdowns, bis zur Wiederaufnahme der...
