Alles gelb auf 71° N

Eine Hommage an den Sonnenkönig vor Europas nördlichstem Leuchtturm

Warum zeichnen Kinder die Sterne, die Sonne mit gelben Wachsmalstiften? Warum empfinden wir Licht als gelb, den Himmel komplementär als blau? Warum meint das Gelb an unseren Ampeln so widersprüchlich zugleich «Nicht stoppen» und «Nicht fahren»? Gelb ist ein Signal, das Gutes meint. Nirgendwo wirkt diese Farbe so eindrucksvoll wie am Ende der bewohnten Welt.

Markiert wird es durch einen 150 Jahre alten Leuchtturm auf einem moosbewachsenen Felsen in der Barentssee: Fruholmen Fyr.

Er ist der nördlichste Navigator für die Schifffahrt und steht in Norwegen dort, wo kalter Starkwind herrscht, an mindestens 300 Tagen im Jahr. Wir befinden uns hier ziemlich genau auf der Hälfte des Weges zwischen Nordpol und Deutschland.

Auf Ingøy, der Insel Inga, duckt sich ein kleines Fischerdorf, das nördlichste der Welt, windgeschützt hinter einem baumlosen Berg namens Mafjordfjell. Es gibt einen natürlichen Hafen, 21 Einwohner, eine hölzerne Kirche und einen gigantischen Sendemast. 352 Meter hoch ragt die Nadel in den Himmel, um Langwellen in die Arktis zu senden, 2000 Kilometer weit bis zum Nordpol.

«Lulleli» nennen die Einheimischen das Fest, das sie veranstalten, nach Jean-Baptiste Lully, dem ...

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Tanz Oktober 2016
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann