7 dialogues

Vierzig ist die Schallgrenze. Danach wandern Tänzer aufs Abstellgleis. Wieso eigentlich? Das fragen sich auch die frisch gekürten Mitglieder der neuen Kompanie Dance On.

Der aktuelle Coup von Madeline Ritter, die den «Tanzfonds Erbe» verantwortet und nun die künstlerische Gesamtleitung eines weiteren Projekts innehat, basiert auf einer Idee ihrer Mitstreiterin Ricarda Herre. Das Unternehmen heißt Dance On – was für die Botschaft steht: «Tanz weiter, auch wenn du die vierzig überschritten hast.» Unter dem englischen Label startet ein sechsköpfiges Ensemble, das tapfer dem Vergleich mit der eingestellten «Senioren»-Truppe des Nederlands Dans Theater und ihrem slapstick-affinen Nachfolger Kylworks trotzt.

Genau wie den unlängst im Schlepptau von Gauthier Dance aufgetauchten «Greyhounds» (tanz 12/15). Wenn man die Sache aus der Nähe betrachtet, wird klar, dass es weniger ums Bestätigen langweiliger Klischees geht. Die da lauten, dass – wider den grassierenden Jugendwahn – Tänzerinnen und Tänzer jenseits der vierzig doch noch prima auf der Bühne sind, weil gerade Ältere unglaublich viel Ausdrucksstärke besitzen. Nein, hier geht es eigentlich viel grundlegender um die Frage, was ein Tänzer heutzutage ist. Was er oder sie sein kann, darf und soll.

Als Prolog eine Anekdote. Eins der Kompanie-Mitglieder ist Jone San Martin. Sie amüsiert sich: «Ich bin ...

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Tanz März 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 20
von Melanie Suchy