30 Jahre ccn
olivier dubois hat es geschafft. Ein Jahr ist es nun her, dass er die Leitung des Centre chorégraphique national (CCN) in Roubaix übernahm. Im hohen Norden Frankreichs hat er die Nachfolge von Carolyn Carlson angetreten – kein leichtes Erbe. Denn Carlson baute binnen einer Dekade eine innige Beziehung zum Publikum auf, das ihr elegantes Tanztheater lieben lernte. Zudem gibt es attraktivere Städte, nicht nur, was das Wetter angeht. «Ich bin umgezogen und wohne auch dort», unterstreicht Dubois, als wäre das nicht selbstverständlich.
Statt schöne Bilder auf die Bühne zu zaubern, will er das CCN der sozialen Realität öffnen und hat sich genau angeschaut, wo er da gelandet ist: «Roubaix hat eine der jüngsten, aber auch der ärmsten Bevölkerungsstrukturen, gleichzeitig gibt es ein Viertel mit hoher Dichte an Vermögenssteuerzahlern.»
Dubois pflegt einen abstrakten, gerne auch provokanten Stil und will davon nicht abrücken. Das mag den Politikern, die ihm das Vertrauen aussprachen, gelegen kommen. Doch besteht das Risiko, dass Kunst hier zur Sozialarbeit herangezogen wird und für Versäumnisse der Politik geradestehen muss. «Es dauert bis zu fünf Jahre, bevor ein Kunstprojekt wirklich mit ...
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Tanz März 2015
Rubrik: menschen, Seite 34
von Thomas Hahn
screening_________ natalia osipova im kino
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