#Mensch – Zweite Klappe

Partizipationsprojekt des hessischen Staatsballetts

Wir rücken vor in die zweite Phase des Tanzprojekts «#Mensch», sammeln Erfahrung mit dem, was Tanz unweigerlich auch ausmacht: mit der Technik. Das bedeutet zum Beispiel: Über den Boden rollen, wovon mir nur leider meistens übel wird. Ich bin erleichtert, dass es meiner grauhaarigen Tanzpartnerin ebenso ergeht und wir deshalb nur ganz langsam gemeinsam durch den Ballettsaal kullern: Erst führt das Bein, dann der Arm. Manchmal geht mir alles zu schnell. Rechts, links, oben, unten – bis mein Körper eine Abfolge verstanden hat, ist die Übung schon vorbei.

Dann suche ich mir eine Tanzpartnerin, mit der ich alles noch mal üben kann. Das nimmt den Druck. 

Die Tänzerinnen mit Balletterfahrung schüchtern mich ein. Der 65-jährige Bernd ist dagegen von dieser Herausforderung begeistert. Er hat früher als Geschäftsführer gearbeitet und freut sich, endlich mehr Zeit für sein Hobby zu haben. «Ich mag die gemischte Altersstruktur, weil ich mich von den Jüngeren angespornt fühle», sagt er. Bodenrollen ist natürlich auch für ihn eine sehr ungewohnte Bewegungsform, er findet: «Die Frauen sehen dabei viel eleganter aus.»

Ich fühle mich nicht immer elegant. Bei der Kleingruppenarbeit sollen wir uns ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2018
Rubrik: Praxis, Seite 74
von Sara Mierzwa

Weitere Beiträge
Screening 12/18

Die Tanzschüler der Pariser Oper, fünf Jahre später

Für ein Tänzerleben sind fünf Jahre eine halbe Ewigkeit. Genau so lange ist es her, dass die Dokumentarfilmerin Françoise Marie «Die Tanzschüler der Pariser Oper» über ein Schuljahr hinweg begleitete. Jetzt hat sie die Kinder und Jugendlichen von damals noch einmal besucht und neuerlich eine fünfteilige Miniserie...

Traumversunken in Ost-Berlin

Ein Bahnsteig. Eine Ballerina. Sie steht auf Spitze, leicht gestützt auf eine Bank, schaut entrückt aus dem Bild. Auf der Bank sitzt teilnahmslos eine Dame mit Gepäck. Die Ballerina scheint unsichtbar. «Es ist früh am Morgen in Ost-Berlin», sagt Ute Mahler, eine der interessantesten Fotografinnen der letzten vierzig Jahre – stilprägend und sozial engagiert. 

Diese...

Festlich

Das Ballett Vorpommern knackt diesmal nicht die Nuss. Das hat es seit 1999 immer wieder einmal getan. Stattdessen zeigt das Ensemble als ultimatives Festtagsprogramm «Weihnachten – Das Ballett», d. h. einen «Bunten Teller», wie Ralf Dörnen sagt, den er mit Besinnlichem und Berührendem, Kuriosem und Kurzweiligem bestückt. 

Klar, dass sich das Weihnachtsoratorium...