flüssig

Das Kölner Tanzmuseum lädt den Besucher zum Parcours «Tänzer.Sein. Körperlichkeit im Tanz» ein.

Wasser läuft über sein Gesicht. Flüssigkeit fließt, als betaste ihn jemand. Seine Haut fühlt es. Dazu treiben Quallen, durchsichtige Körper im Wasser, die selbst fast ausschließlich aus Wasser bestehen. Bilder vom Menschen und vom gallertartigen Tier lösen einander ab. Rasend schnell. Man hat den Eindruck, Quallen wimmeln um den begossenen Menschen; man denkt, man sieht in ihn hinein, in seine wabernden Gedanken. Er steht auf Fliesen, nackt. Die Kamera schwenkt zum Abfluss vor seinen Füßen. Ganz lapidar geht das Bildergeblinzel zu Ende.

Das Wasser fließt ab, der Dreck verschwindet wie die Bilder.

Das ist mehr als nur eine Ausstellung über Tanz. Es ist eine über den Blick auf den Körper und über das Im-Körper-Sein. «Tänzer.Sein». Punkt. Hat man diesen gar nicht so großen Raum im dritten Stock des Gebäudes im Kölner Mediapark durchwandert, sich hier und da vertieft ins Ausgestellte, bemerkt man Bezüge zu diesem seltsamen einminütigen Kurzfilm des Choreografen André Gingras, der im Eingangsbereich als Endlosschleife wummert.

Das Wasser kehrt wieder. Es breitet sich aus vor der Silhouette von Tokio, vor querenden Brücken und aufragenden Häusern unter dunkelblauem Himmel, es spiegelt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2010
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Melanie Suchy

Vergriffen
Weitere Beiträge
newcomer: johanna chemnitz

Ein nackter Raum im Ballhaus Ost in Berlin. Vier Scheinwerfer bedrängen die Tänzerin wie in einem Käfig. Ihre im Stakkato blinzelnden Augenlider feuern zurück. Die Füße stehen ruhig auf den Dachbodendielen. Von den Lidern wandern rhythmische Schläge durch ihren starken Körper. Zu schnellen Lounge-Beats von Peter Rehberg beißt ihr Blick. Sie ist das eingesperrte...

nach paris: didier deschamps...

...sah in letzter Zeit ziemlich deprimiert aus. Der Intendant des Ballet de Lorraine in Nancy hatte sich in Lyon als neuer Leiter der Biennale und des Maison de la Danse beworben, musste aber zur Kenntnis nehmen, dass er den Vätern der Seidenstadt nicht prominent genug war. Ihm wurde Dominique Hervieu vom Pariser Théâtre National de Chaillot vorgezogen, obwohl sie...

leipzig: isabelle schad, laurent goldring «unturtled #3»

Ungeschildkrötet – schönes Wort. Ein vom Schutz des Panzers und von der Lahmheit der Bewegung befreiter Körper. Tanz eben. Isabelle Schad, einst Ballerina, heute Vordenkerin und Tänzerin der freien Szene, sagt: «Der Titel beruht auf einem Tippfehler; der Finger schlug zu weit links auf, es sollte ‹Untitled› heißen.»

In den Berliner Sophiensaelen stürzt sie in ein...