Riki Von Falken «The Geometry of Separation»
Es gibt Worte, denen im Lauf der Zeit ihre Entsprechung in der Realität abhanden kommen. Der Begriff «Aura» ist so einer. Wer benutzt ihn noch? Dabei trifft er auf eine Tänzerin weiterhin zu: Riki von Falken, 56 Jahre alt. In ihrer jüngsten Produktion «The Geometry of Separation» zeigt sie erneut, was in strenger Konzentration auf die eigenen Interessen und im charakterbedingten Widerstand gegen jede Anbiederung an den Zeitgeist entstehen kann: tatsächlich eine auratische Ausstrahlung, an der sich der Blick des Betrachters festsaugt.
Die zwischen die Solotanzpassagen eingeblendeten Videosequenzen von Mareike Engelhardt wirken wie eine Pause vom Sog des Tanzes. Im Video erscheint Friederike Plafki als jüngeres Alter Ego der Tänzerin auf der Bühne. Die Doppelung der realen und virtuellen Frau liegt dem Stück ebenso zugrunde wie Alt und Jung, die Angst vor dem Ausschluss, auch die Angst vor der Trennung und dem Eingeschlossensein – eingeschlossen, wie in den Filmsequenzen, in ein Zimmer oder, wie auf der Bühne, in den Körper.
Riki von Falken baut immer neue Konstellationen aus weißen Styroporkuben und vermisst den Bühnenraum mit einem blauen Seil – doch vor ihrem Tanz gerinnt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Nirgendwo in Spanien spielen Tanz und Musik eine so große Rolle im Leben der Menschen wie im Süden, in der autonomen Gemeinschaft Andalusien. Der hiesige Flamenco, heißt es, stamme von den Zigeunern ab, aber längst ist er Teil der Kultur aller hier lebenden Menschen geworden. Meinen Freunden in den andalusischen Städten Sevilla, Granada und Jerez de la Frontera...
«pitie!» von alain platel
Seine choreografierte Interpretation zu Bachs «Matthäuspassion» tourte bis in den Kongo, in die Heimat des Countertenors Serge Kakudji. Hier endete letztes Jahr das Leidenswerk Jesu – pathetischer Schlussakkord einer Choreografie, bei der Kakudji die Rolle des schwarzen Jesus sang und nun vom Glück erzählt, an ihn auch glauben zu dürfen....
Es kursiert eine flotte Soziologenformel für das Sexualverhalten in westlichen Gesellschaften: Wir seien konstant «oversexed und underfucked», so lautet die Diagnose, will sagen: Während die Medien für den erotischen Overkill sorgen, passiert realiter nicht viel. Der Grund: Auch das Intimleben ist Stress, wenn im Kamasutra der Fiktionen die Lust zu einer Frage...
