Forschung

Strawinsky

Tanz - Logo

«His pulse builds on a powerful motor drive», sagte George Balanchine mal über Igor Strawinskys Musik. Das hat den Bochumer Herausgeberinnen Monika Woitas und Annette Hartmann gut gefallen. Den Ballets-Russes-Komponisten als Rhythmiker einer echten «Körpermusik» lieben sie, weil er Schluss machte mit dem ephemeren Ballerino.

Her mit der «Rhythmusmaschine Körper»! Fort mit der Geist-Körper-Trennung der Klassik! Im Anschluss eines dreijährigen Strawinsky-Projekts an der Ruhr-Universität liegt nun ein Sammelband vor, der beweisen will, dass der Tanz durch intellektuelle Verdammung des Körpers zum Schlusslicht der Künste wurde. Die Musik galt als vergeistigte Form von Welt – weshalb jede Näherung des bösen Tanzes an die Prinzipien der hehren Musik, trotz Strawinskys Meisterwerke wie des zuletzt von Stephan Thoss in Wiesbaden interpretierten «Sacre du printemps», gefälligst problematisch sein müsse. Aber ist der neoklassisch im Strom der Musik frei treibende Körper tatsächlich eine Zumutung? Für wen? Die Autoren bemühen alte Argumente von der rhythmisierten Beschleunigung der Industriewelt, auch Thesen aus der Neurowissenschaft. Beide bleiben dem Leser egal. Denn hier fließt über dem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2010
Rubrik: Medien, Seite 61
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Motion bank

Ausgebuht wurde er in seiner Spielstätte, dem Bockenheimer Depot in Frankfurt, für sein verbales Konzert «Theatrical Arsenal II». Als er selbst ans Mikrofon trat und dem Publikum erklärte, dass er «Sprache choreografiert», war es zufrieden, denn es hatte den charismatischen Meister in Persona erlebt, der zum Jahreswechsel sechzig Jahre alt wurde und nun 1,4...

Flamenco

In London ist einmal im Jahr Flamenco-Olympiade. Die besten Tänzerinnen heißen dort nach wie vor Eva Yerbabuena und María Pagés, dicht gefolgt von Rafaela Carrasco und dem Nuevo Ballet Español. So hoch liegt die Latte für das Highlight danach: die Gala am Ende des «Flamenco Festival London 2010» (13.–27. Februar) am Sadler's Wells Theatre: Hier tritt Belén López...

Dieter Blum

Der Preis: 1500 Euro. Damit ist es wohl eines der teuersten Ballettbücher aller Zeiten. Ein «Band mit exklusivem Cover in einer handgearbeiteten, mit Buchleinen bezogenen und rotem Pergament ummantelten Kassette», heißt es im Verlagsprospekt, inklusive Skia-Photography-Print, von beiden, Dieter Blum und Vladimir Mala­khov, handsigniert. Die Auflage ist limitiert...