«Jeder soll so sein, wie er ist»
Pina und ihr Dramaturg. 1977 habe ich zum ersten Mal ein Stück von Pina gesehen, «Blaubart». Danach kamen ihre «Macbeth»-Paraphrase «Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen» und «Kontakthof». Zu der Zeit schrieb ich viel über Theater und schlug der Zeitschrift «Theater heute» 1979 einen umfangreicheren Text über Pinas Arbeit vor. Ich war unter anderem bei den Proben zu «Arien» und führte lange Gespräche mit ihr. Mein so entstandenes Portrait gefiel sowohl Pina als auch ihrem Lebensgefährten und Bühnenbildner Rolf Borzik.
Als sie anschließend an «Keuschheitslegende» arbeiteten, fragte sie, ob ich nicht einen Text für das Programmheft schreiben wollte. Ich habe dann ein Probentagebuch gemacht und gemeinsam mit ihr an der Gestaltung des Programmhefts gearbeitet. Rolf war zu der Zeit schon sehr krank und starb wenige Wochen nach der Premiere. Er war 35, im Jahr 1980, und für Pina und die gesamte Kompanie war das ein großer Schock. Pina bat mich, bei seiner Beerdigung über ihn zu sprechen – ich mochte ihn und seine Arbeit sehr und habe versucht, etwas über Rolf und seine außergewöhnlichen Bühnenräume zu sagen. Während ich mit der Kompanie arbeitete, war ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sarah Neef stellt sich die meisten Fragen selbst. Warum muss eine 27-Jährige jetzt schon eine Autobiografie schreiben? Ist die Tänzerin nicht zu jung dafür? Hat das «Wunderkind», das sie ihrer Meinung nach nie gewesen ist, nicht noch was vor sich? Vor allem hat Sarah Neef schon einiges hinter sich. 1981 in Böblingen bei Stuttgart geboren, verliert sie aufgrund...
Michael Jackson, das Pop gewordene Paradox, der androgyne Held der Ambivalenz. Zugleich aggressives Sexsymbol und luftgeisterhaft asexuell, ein Show-Protz und perfektionistischer Bühnenasket, der ohne Rücksicht auf die eigene Person für jeden Auftritt alle Register zieht. Der lebenslange Versuch der Synthese aller amerikanischen Widersprüche und unerreicht...
Äußerst peinlich, wenn ein Redakteur noch knapp vor Redaktionsschluss Gerüchten glaubt. Hugo de Greef, Leiter des Kulturzentrums für Musik in Brüssel, Flagey, lebt. Anders als im Editorial behauptet, ist der große Förderer von Anne Teresa De Keersmaeker bei bester Gesundheit und lässt die Verbreiter des Gerüchtes herzlich grüßen. Was die Zerknirschtheit des...
