Gonzalo Galguera: «Manon Lescaut»
Er habe Hochachtung vor Kenneth MacMillans Klassiker, glaube aber, dass heute andere Formen der tänzerischen Darstellung möglich seien. Sagt Gonzalo Galguera und verwendet in Magdeburg pikanterweise genau jenes Arrangement verschiedener Musiken von Jules Massenet aus Opern, Oratorien, Orchestersuiten, das Leighton Lucas 1974 für MacMillans Londoner Uraufführung schuf. Diese Umstellungen passen sehr genau zu Galgueras Erzählversion, die sich enger an die literarische Vorlage des Abbé Prévost hält als MacMillan.
Die Magdeburger Lesart übernimmt Prévosts Idee eines Rückblicks des alten Des Grieux auf sein Leben. Wärter schleppen den Kranken heran. Vor bröckeligen Fassaden mit Feuerleitern und Werbeflächen einer amerikanischen Großstadt begegnet er einem Jugendfreund und erzählt ihm von der großen Liebe seines Lebens. Er trifft Manon, als sie in Paris ankommt und erneut in einem Spielcasino der Golden Twenties. Dort zieht der Zuhälter und Ganove Lescaut die Fäden und verkuppelt seine Schwester Manon meistbietend. Des Grieux erträgt nur in naiv-unbedingtem Empfinden die Amouren seiner luxussüchtigen Geliebten, flüchtet in ein Priesterseminar, verfällt Manon abermals. Bis dahin ist er ...
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«It’s finally happened. Like John, Merce went out during a fierce thunderstorm on a humid day. The company opened up the studio to the wider family of several hundred former staff, and all day long there was a procession of people coming through. All day I’ve felt enveloped in a substance like honey or corn syrup. I can’t believe how many people I met through...
Vor dem Nachbarhotel, dem teuersten am Ort, hat es ein Kollege beobachtet. Ein junger Kolumbianer erzwingt von einer Touristin mit dem Messer die Herausgabe ihrer Handtasche. Zur Mahnung ritzt er ihr noch in die Hand. Kriminalität und Amüsement liegen dicht beieinander. In einer Seitengasse unweit des Hotels trifft sich nachts die schrillbunte Travestieszene.
Ungef...
Im Jahr 2002 herrschte an der Côte d’Ivoire ein Bürgerkrieg, der bis heute nicht beendet ist. Niemand weiß, wer wirklich der Gegner war und ist, sagt der Tänzer Franck Edmond Yao, hier genannt Le président. «Immer heißt es, die greifen uns an. Das sind vielleicht von Franzosen bezahlte Burkinesen, die Armen, die aus dem Norden den Süden angreifen, die Politiker...
