El Contrabando: «On_Line_»

Solothurn

Tanz - Logo

Mensch und Maschine: welch eine Beziehung in der Kiste. Technik ist ja nicht unsinnlich. Das ist der Reiz. Es treten auf: drei Damen in Schwarz, Hosen und armfreie Oberteile, Ohrgehänge, die Haare streng zurückgesteckt. Es stehen bereit: vier Waschmaschinen, ebenfalls in Schwarz. Vorn zwei nebeneinander, weiter hinten je eine. Über Leitern betreten die Damen die Maschinen. Holzbretter liegen obenauf. Die Schuhsohlen streicheln die Geräte; synchron kreisen sie mal rechts, mal links. Unter ihnen rotiert es. Man blickt den Maschinen ins helle, wässrige Auge.

Eine Kamera filmt hinein und wirft auf die Bühnenrückwand etwas Verschwommenes in grünlichem Licht, wie vom Ultraschall.
Rhythmus tönt aus dem Off, maschinenhaft spratzelnd und klackernd. Abdullah Benabdallahs Kreation nennt sich Electroflamenco und klingt auch so. Die Damen werfen sich in Pose, ein Arm überm Kopf, einer an der Seite gewinkelt. Sie machen kleine Schritte auf der Stelle, richten die unergründlichen Gesichter zackig in vier Himmelsrichtungen. Drei gestreckte Arme beschreiben gebieterisch waagerechte Bögen. Dann klatschen Hände, Schuhsohlen klappern. Das Repetitive des Flamenco verschwimmt mit dem Gesprudel im ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2009
Rubrik: Kalender, Seite 94
von Melanie Suchy

Vergriffen
Weitere Beiträge
Michael Jackson

Michael Jackson, das Pop gewordene Paradox, der androgyne Held der Ambivalenz. Zugleich aggressives Sexsymbol und luftgeisterhaft asexuell, ein Show-Protz und perfektionistischer Bühnenasket, der ohne Rücksicht auf die eigene Person für jeden Auftritt alle Register zieht. Der lebenslange Versuch der Synthese aller amerikanischen Widersprüche und unerreicht...

Erste Schritte - Maria Walser

«Ist Tanz noch das, was ich will, und wie kann es weitergehen?» Maria Walser – im Ensemble der Tanzcompagnie Oldenburg – begreift ihre Frage als Chance. «Das Suchen dauert doch ein Leben lang.» Mit ihren 25 Jahren hat die intelligente und quirlig kraftvolle, darstellerisch auffallend begabte Tänzerin sich künstlerisch schon innerhalb und außerhalb des Theaters...

Hinter den Kulissen

Äußerst peinlich, wenn ein Redakteur noch knapp vor Redaktionsschluss Gerüchten glaubt. Hugo de Greef, Leiter des Kulturzentrums für Musik in Brüssel, Flagey, lebt. Anders als im Editorial behauptet, ist der große Förderer von Anne Teresa De Keersmaeker bei bester Gesundheit und lässt die Verbreiter des Gerüchtes herzlich grüßen. Was die Zerknirschtheit des...