Adonai Luna «Marilyn»
Das könnte gründlich schiefgehen: Tänzer*innen in Nahaufnahme, im wahrsten Sinn des Wortes. Denn das Theater Greifswald zählt zu den Häusern, die sich in eine Großbaustelle verwandelt haben. Also findet der Spielbetrieb im Kaisersaal der Stadthalle gleich nebenan statt – kein Orchestergraben, sondern Publikum und Protagonist*innen auf Tuchfühlung. Was fürs Ballett Beobachtung aus gnadenloser Nähe bedeutet: Jeder Fehler, jedes Wackeln, jede Unsicherheit fällt sofort ins Auge.
Doch das Ballett Vorpommern, seit 1997 und noch bis Ende der kommenden Saison von Ralf Dörnen dirigiert, ist ein stark aufgestelltes Kollektiv: technisch versiert, spiel- und herausforderungsfreudig, erzählerisch begabt, ohne Abstriche an der klassischen, ins Zeitgenössische verlängerten Substanz zu machen, für die der Chef ebenso verlässlich steht wie sein Co-Direktor und Ballettmeister Adonai Luna.
Im Provisorium des Kaisersaals also hat Luna seine «Marilyn»-Inszenierung eingerichtet: leichthändig choreografiert, leichtfüßig getanzt – ein geschickt skizzierter Bilderbogen, der dem Monroe-Mythos nachspürt und dabei das Porträt einer Frau entwirft, deren einzig verlässlicher Begleiter der Tod ist. Er ist ...
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Tanz Juni 2026
Rubrik: Kalender, Seite 47
von Dorion Weickmann
Buch
The Seki Method
Der Körper – ein Ei. Eigentlich zwei Eier, die wir, von der Erde zum Himmel hängend, aufeinander balancieren: Kopf und Torso. Der Körper – ein Wasserbeutel. Eigentlich auch zwei Wasserbeutel, deren Inhalt durch die flexible Oberfläche und in Kontakt mit der Umgebung leicht in Bewegung versetzt werden kann.
Derartige Vorstellungsbilder können...
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